
Bocholt. Zwischen Velen und Ramsdorf sind Abwasser und Fäkalien aus einer Druckrohrleitung in die Bocholter Aa gelangt. Nach Angaben der Stadt Velen ist die Leitung selbst weiterhin dicht. Stattdessen soll ein Entlüftungsventil an einem Schacht gezielt abmontiert oder manipuliert worden sein. Die Stadt hat Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt.
Gemeldet wurde der Vorfall am Sonntag, 26. Juli 2026, von Spaziergängern. Das Schmutzwasser floss über einen Bachlauf in die Bocholter Aa. Feuerwehr, Kläranlagenmitarbeiter und die Untere Wasserbehörde des Kreises Borken waren im Einsatz. Der Zufluss zum Gewässer wurde gestoppt, die Umgebung gereinigt und das ausgetretene Wasser aufgenommen.
Nach Einschätzung von Fachleuten kann sich das Ventil nicht ohne Fremdeinwirkung gelöst haben. Wann es verändert wurde und wer dafür verantwortlich ist, bleibt bislang offen.
Bereits etwa eine Woche zuvor waren an der Ramsdorfer Stauanlage tote Fische entdeckt worden. Ein Zusammenhang mit dem Abwasseraustritt wird vermutet, ist aber nicht behördlich bestätigt. Die Stadt sieht den Vorfall derzeit nicht als nachgewiesene direkte Ursache des Fischsterbens. Abschließend ausgeschlossen ist ein Zusammenhang ebenfalls nicht.
Für die Bocholter Aa gilt seit dem 1. Juli 2026 ein Wasserentnahmeverbot. Grund sind niedrige Wasserstände und hohe Temperaturen. Unter diesen Bedingungen kann eine zusätzliche Belastung durch Abwasser für Fische und andere Wasserorganismen besonders problematisch sein.
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