
Miguel Gutiérrez zu Bayer Leverkusen könnte zu einer der nächsten größeren Personalien des Bundesligisten werden. Der 25 Jahre alte Linksverteidiger vom SSC Neapel soll zu den Kandidaten für die Nachfolge von Alejandro Grimaldo gehören. Neben dem Spanier wird auch der argentinische Nationalspieler Facundo Medina von Olympique Marseille gehandelt. Eine Einigung, ein konkretes Angebot oder Verhandlungen zwischen den Vereinen wurden bislang nicht offiziell bestätigt.
Auf der linken Seite besteht bei Bayer 04 konkreter Handlungsbedarf. Grimaldo wechselte nach drei Jahren in Leverkusen zu Atlético Madrid. Der spanische Nationalspieler hatte das Offensivspiel der Werkself entscheidend geprägt und war als Außenverteidiger zugleich Vorbereiter, Torschütze und Standardspezialist.
In 145 Pflichtspielen für Leverkusen erzielte Grimaldo 30 Tore. Sein Abgang hinterlässt deshalb nicht nur eine freie Position in der Defensive. Bayer muss auch Kreativität, Spielaufbau und Torgefahr ersetzen. Das bereits verpflichtete Abwehrtalent Luca Erlein gilt zunächst eher als perspektivische Lösung.
Gutiérrez kam 2011 in die Nachwuchsakademie von Real Madrid. Mit der U19 gewann er 2020 die UEFA Youth League. Sein Debüt für die Profimannschaft gab er im April 2021. Dauerhaft durchsetzen konnte sich der Linksfuß angesichts der Konkurrenz beim spanischen Rekordmeister jedoch nicht.
Im Sommer 2022 wechselte er zum FC Girona. Dort entwickelte sich Gutiérrez zu einem der auffälligsten Außenverteidiger der spanischen Liga. In drei Spielzeiten absolvierte er nach Vereinsangaben 112 Pflichtspiele, erzielte sechs Tore und bereitete 19 weitere Treffer vor. Im August 2025 verpflichtete ihn der SSC Neapel fest.
In seiner ersten Serie-A-Saison für Neapel kam Gutiérrez in 28 Ligapartien zum Einsatz. Dabei stand er 15-mal in der Startelf und wurde 13-mal eingewechselt. Er verbuchte ein Tor und eine Vorlage. Wettbewerbsübergreifend bestritt er 36 Partien.
Der Spanier ist weniger ein klassischer, vor allem auf Zweikämpfe ausgerichteter Außenverteidiger. Seine Stärken liegen im Spiel mit dem Ball. Gutiérrez kann Angriffe über die Außenbahn einleiten, ins Mittelfeld einrücken und mit Pässen zwischen die gegnerischen Linien für Überzahlsituationen sorgen. Damit besitzt er ein Profil, das grundsätzlich zur offensiv ausgerichteten linken Seite der Leverkusener passt.
Sein Vertrag beim italienischen Meister läuft bis zum Sommer 2030. Entsprechend wäre Bayer auf eine Einigung mit Neapel angewiesen. Die bislang genannte Größenordnung von etwa 25 Millionen Euro wurde von den Vereinen nicht bestätigt.
Facundo Medina wäre keine vollständig vergleichbare Alternative. Der 27-Jährige ist ebenfalls Linksfuß, wird aber überwiegend als Innenverteidiger eingesetzt. Er kann sowohl in einer Dreierkette als auch links in einer Viererkette spielen und besitzt damit größere defensive Flexibilität.
Medina kam in der vergangenen Ligue-1-Saison für Marseille auf 22 Einsätze, ein Tor gelang ihm nicht. Er bereitete einen Treffer vor. Zuvor hatte er sich bei RC Lens über mehrere Jahre als Stammspieler etabliert. Zudem verfügt er über Erfahrung in der argentinischen Nationalmannschaft.
Gutiérrez ähnelt Grimaldo stärker in seiner offensiven Ausrichtung und seinen Aufgaben im Spielaufbau. Medina würde Leverkusen dagegen mehr Robustheit und zusätzliche Möglichkeiten für eine Dreierkette geben. Die Entscheidung zwischen beiden Spielern wäre deshalb auch eine Entscheidung über das gewünschte taktische Profil.
Weder Bayer Leverkusen noch der SSC Neapel oder Olympique Marseille haben Gespräche über einen Wechsel öffentlich bestätigt. Auch von den Spielern liegen keine entsprechenden Erklärungen vor.
Damit befindet sich die Suche weiterhin in einem frühen und offenen Stadium. Dass mehrere Kandidaten geprüft werden, spricht dafür, dass Leverkusen unterschiedliche Lösungen für die linke Abwehrseite vergleicht. Ein bevorstehender Abschluss mit Gutiérrez oder Medina lässt sich daraus bislang nicht ableiten.






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