
Mehrere brutale Überfälle, ein jahrzehntealter Mordfall und das bis heute ungeklärte Verschwinden eines kleinen Mädchens stehen im Mittelpunkt der neuen Ausgabe von „Aktenzeichen XY… ungelöst“. Das ZDF zeigt die Fahndungssendung am Mittwoch, 29. Juli 2026, um 20.15 Uhr. Gemeinsam mit den zuständigen Ermittlern bittet Moderator Rudi Cerne die Zuschauer um Hinweise. Zu den Fällen der Sendung gehört das bis heute ungeklärte Verschwinden von Inga Gehricke.
Inga Gehricke war fünf Jahre alt, als sie am 2. Mai 2015 auf dem Wilhelmshof im Landkreis Stendal spurlos verschwand. Das Mädchen hielt sich dort gemeinsam mit seiner Familie und befreundeten Familien auf. Am Abend bereiteten die Erwachsenen ein gemeinsames Essen vor, während die Kinder auf dem Gelände spielten.
Gegen 18.40 Uhr wurde Inga zuletzt in der Nähe des Grillplatzes gesehen. Wenig später bemerkten die Angehörigen, dass das Mädchen nicht mehr bei den anderen Kindern war. Eine groß angelegte Suche begann. Einsatzkräfte, freiwillige Helfer, Suchhunde und Hubschrauber durchkämmten das weitläufige Gelände sowie die angrenzenden Waldflächen. Eine eindeutige Spur zu Ingas Verbleib wurde jedoch nicht gefunden.
Bis heute ist ungeklärt, ob Inga das Gelände allein verlassen hat, einen Unfall erlitt oder Opfer eines Verbrechens wurde. Die Ermittler halten insbesondere eine Entführung weiterhin für möglich. Der Fall gilt auch deshalb als außergewöhnlich, weil das Kind in einem kurzen Zeitraum aus einer Umgebung verschwand, in der sich zahlreiche Menschen aufhielten.
Mit der erneuten Vorstellung bei „Aktenzeichen XY“ hoffen die Ermittler auf bislang unbekannte Beobachtungen. Auch Hinweise, die Zeugen früher für unwichtig hielten, könnten mehr als elf Jahre später noch entscheidend sein. Für Informationen, die zur Aufklärung des Falls führen, ist eine Belohnung von insgesamt 25.000 Euro ausgesetzt.
Ein weiterer Fall der Sendung führt nach Essen-Burgaltendorf. Dort wurde die 78-jährige Lieselotte Hohlmann am 27. August 1997 tot in ihrem Haus gefunden. Die wohlhabende und zurückgezogen lebende Frau war gewaltsam ums Leben gekommen.
Hinweise auf einen klassischen Einbruch gab es offenbar nicht. Aus dem Haus fehlten jedoch Bargeld und persönliche Notizbücher. In diesen soll die Seniorin unter anderem ihre Gespräche und Besuche dokumentiert haben. Die Ermittler gehen deshalb der Frage nach, ob der Täter sein Opfer kannte oder sich das Vertrauen der Frau erschlichen hatte.
Am Tatort wurde zudem eine DNA-Spur gesichert, die bislang keiner Person zugeordnet werden konnte. Fast drei Jahrzehnte nach der Tat soll die erneute öffentliche Fahndung Menschen erreichen, die Angaben zum Umfeld der Getöteten oder zu verdächtigen Beobachtungen machen können.
Auch ein Überfall auf ein Juweliergeschäft in der Bielefelder Innenstadt wird in der ZDF-Sendung rekonstruiert. Zwei Männer betraten das Geschäft am 23. Juli 2024 und gingen gewaltsam gegen einen Mitarbeiter vor. Anschließend flohen sie mit ihrer Beute.
Bei der Fahndung spielt das Erscheinungsbild eines Täters eine wichtige Rolle. Der Mann soll ein auffälliges Tattoo am linken Handgelenk tragen. Die Polizei hofft, dass Zuschauer ihn anhand dieses Merkmals erkennen oder Angaben zu den Tatverdächtigen und ihrem Fluchtweg machen können.
In einem weiteren Fall drangen zwei maskierte Männer am Vormittag des 24. April 2024 in ein Mehrfamilienhaus in Oberfranken ein. Sie überraschten einen Bewohner im Bett und überwältigten die anwesenden Personen.
Die Opfer wurden gefesselt. Gegen einen der Männer sollen die Täter einen Elektroschocker eingesetzt haben. Anschließend durchsuchten sie die Räume und erbeuteten unter anderem Bargeld, Armbanduhren sowie eine Münzsammlung. Die Ermittler wollen mit der Ausstrahlung klären, ob die Täter das Gebäude und ihre Opfer zuvor beobachtet hatten oder ob Teile der Beute später zum Verkauf angeboten wurden.
Nach Angaben der bayerischen Polizei soll zudem ein ungeklärtes Tötungsdelikt aus dem Unterallgäu aufgegriffen werden. Ein 33 Jahre alter Mann wurde bei Kunzach getötet. Die Ermittler erhoffen sich Hinweise zu den Hintergründen der Tat sowie zu möglichen Beobachtungen im Umfeld des Tatorts.
Ob der Fall in einem ausführlichen Filmbeitrag oder als kürzerer Fahndungsaufruf im Studio behandelt wird, geht aus den bisherigen Ankündigungen nicht eindeutig hervor.
Neben den ungelösten Kriminalfällen stellt die Sendung eine Kandidatin für den XY-Preis 2026 vor. Stephanie Schreiner aus Bayern soll über einen längeren Zeitraum das auffällige Verhalten eines Nachbarn beobachtet und ihre Erkenntnisse an die Behörden weitergegeben haben.
Ihre Hartnäckigkeit trug den Angaben zufolge dazu bei, Ermittlungen gegen den Mann einzuleiten. Dieser wurde später unter anderem wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern verurteilt. Mit dem XY-Preis zeichnet die Sendung Menschen aus, die bei der Verhinderung oder Aufklärung von Straftaten besondere Zivilcourage gezeigt haben.
„Aktenzeichen XY… ungelöst“ läuft am Mittwoch, 29. Juli 2026, ab 20.15 Uhr im ZDF. Die Ausgabe kann parallel im Livestream des Senders verfolgt werden und steht anschließend in der ZDF-Mediathek zur Verfügung.
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