
Gegen den deutschen DJ und Produzenten AVAION sind schwere öffentliche Vorwürfe erhoben worden. Eine Frau, die sich als seine Ex-Partnerin bezeichnet, soll in einem über einstündigen YouTube-Video sowie in begleitenden Instagram-Posts Anschuldigungen wegen sexualisierter Gewalt, körperlicher Übergriffe, Manipulation und psychischem Missbrauch über mehrere Jahre erhoben haben. Mehrere große Festivals haben inzwischen reagiert und den Künstler aus ihren Line-ups gestrichen. AVAION hat sich kurz geäußert, eine ausführliche Stellungnahme steht jedoch noch aus.
Die Frau betreibt laut eigenen Angaben den Instagram-Account @x.posemall und soll die Beziehung zu AVAION für den Zeitraum ab 2021 beschrieben haben. In dem Video sollen Chatverläufe, Dokumente und angebliche Zeugenaussagen als Belege präsentiert worden sein. Die Frau behauptet zudem, nicht die einzige Betroffene zu sein – auch diese Angabe ließ sich bislang nicht unabhängig überprüfen. Das Video verbreitete sich rasch in sozialen Netzwerken und löste intensive Diskussionen aus.
AVAION ist vor allem durch seinen Platin-Hit „Pieces“ international bekannt und zählt zu den gefragtesten deutschen EDM-Produzenten. Die erhobenen Vorwürfe sind öffentlich erhoben, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerichtlich geklärt. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Das Electric Love Festival in Österreich war eines der ersten großen Events, das auf die AVAION Vorwürfe reagierte und den Künstler sofort aus dem Line-up für 2026 strich. Die Veranstalter bezeichneten die Anschuldigungen als rechtlich relevant und als eine Grenzüberschreitung, die sie nicht tolerieren könnten.
Das Open Beatz Festival schloss sich der Entscheidung an. In einem Statement räumten die Veranstalter ein, von früheren Hinweisen auf Vorwürfe gegen AVAION gewusst zu haben – das Ausmaß der im Video präsentierten Belege soll ihnen jedoch nicht bekannt gewesen sein. Das freigewordene Honorar soll an die METOODJS-Initiative gespendet werden, die Betroffene sexueller Belästigung in der Musikbranche unterstützt und ihnen eine öffentliche Stimme verschaffen will.
Auch der Künstler BUNT. zog unmittelbare Konsequenzen: Er soll AVAION aus dem Line-up seiner Salzburg-Show entfernt und gemeinsame Song-Credits auf sämtlichen Streaming-Plattformen gelöscht haben. Jede weitere Zusammenarbeit sei damit beendet. Dass Festival-Veranstalter bei Vorwürfen gegen Künstler schnell handeln müssen, zeigt auch die Erfahrung aus Münster – etwa beim Streit um Ski Aggu im Line-up eines lokalen Festivals.
AVAION selbst hat sich via Instagram Story kurz zu den Anschuldigungen geäußert. Der Künstler schrieb: „Ich bin erschüttert über die gegen mich erhobenen Vorwürfe. Ich werde zu den Vorwürfen Stellung nehmen, bitte aber um Verständnis, dass ich zunächst rechtliche Schritte einleiten muss.“ Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den konkreten Anschuldigungen steht damit noch aus. Viele Fans und Branchenbeobachter warten auf eine detailliertere Reaktion des Künstlers.
Derartige öffentliche Vorwürfe stellen Festivals, Labels und Kollegen vor die schwierige Frage, wie schnell Konsequenzen gezogen werden sollen – noch bevor Ermittlungen eingeleitet oder Gerichte entschieden haben. Die beschriebenen Vorgänge sind zum jetzigen Zeitpunkt behördlich nicht bestätigt. Die schnellen Reaktionen der Festivals spiegeln den gesellschaftlichen Druck wider, bei ernsthaften Anschuldigungen sichtbar Haltung zu zeigen. Ähnliche Spannungsfelder zwischen öffentlicher Meinung und dem Grundsatz der Unschuldsvermutung entstehen immer wieder – so auch bei einem Antisemitismusvorwurf bei einer Münsteraner Bildungsveranstaltung.
Quellen: djmag.de, musikexpress.de, salzburg24.at, fazemag.de
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