Deutsche Bahn steckt Milliarden in modernere Bahnhöfe

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Die Deutsche Bahn steckt Milliarden in die Modernisierung ihrer Bahnhöfe und verschärft zugleich die Regeln für den Aufenthalt an den Stationen. In den kommenden fünf Jahren sollen mehr als 20 Milliarden Euro in Bahnhöfe fließen. Allein 2026 investiert die Bahn nach eigenen Angaben rund vier Milliarden Euro und nimmt Modernisierungsmaßnahmen an mehr als 1.000 Stationen vor. Parallel führt das Unternehmen schrittweise ein Alkoholkonsumverbot ein, das bis zum 15. Oktober an allen rund 5.400 DB-Bahnhöfen gelten soll.

Mehr als 1.000 Stationen werden 2026 modernisiert

Das Investitionsprogramm umfasst deutlich mehr als eine reine Verschönerung von Empfangshallen. An vielen Stationen werden Bahnsteige, Dächer, Aufzüge, Fahrtreppen, Rampen und Zugänge erneuert. Auch Barrierefreiheit, Beleuchtung und Orientierungssysteme spielen eine Rolle. Bis Ende Juni waren nach Angaben der DB bereits an rund 600 Bahnhöfen größere Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt worden. Bis zum Jahresende soll die Zahl auf etwa 1.000 steigen.

Hinzu kommt ein Programm für sogenannte zukunftsfähige Bahnhöfe. Dabei werden Stationen umfassender umgebaut und nicht nur einzelne Anlagen ersetzt. Bis 2030 sollen nach Angaben der Deutschen Bahn bundesweit 710 Bahnhöfe grundlegend renoviert werden. 130 davon sind für 2026 vorgesehen. Das langfristige Investitionsvolumen für die Bahnhöfe liegt bei mehr als 20 Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren.

Damit korrigiert sich zugleich ein möglicher falscher Eindruck: Die 20 Milliarden Euro fließen nicht ausschließlich in rund 1.000 Bahnhöfe. Mehr als 1.000 Stationen werden allein 2026 modernisiert, während sich das Milliardenprogramm über mehrere Jahre und unterschiedliche Maßnahmen an den Bahnhöfen erstreckt.

Barrierefreiheit bleibt ein Schwerpunkt

Ein erheblicher Teil der Arbeiten betrifft den barrierefreien Zugang zur Bahn. Für 2026 plant die DB unter anderem den Bau oder die Erneuerung von rund 450 Aufzügen, Fahrtreppen und Rampen. Nach Unternehmensangaben sind inzwischen 89 Prozent der Bahnsteige stufenfrei erreichbar. Bei rund 68 Prozent der Bahnsteige gibt es taktile Blindenleitstreifen.

Große Umbauten laufen beispielsweise an Hauptbahnhöfen wie Duisburg, Hannover und Heidelberg. In Heidelberg beginnen im Oktober 2026 die Hauptarbeiten zur umfassenden Modernisierung des denkmalgeschützten Hauptbahnhofs. Dort investieren Bahn und Bund nach DB-Angaben rund 100 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen mehrere Jahre dauern.

Die Bahnhofssanierungen sind Teil einer deutlich größeren Modernisierung der deutschen Schieneninfrastruktur. DB InfraGO rechnet für 2026 insgesamt mit rund 30,2 Milliarden Euro für Ausbau, Erneuerung und Instandhaltung des Schienennetzes, der Bahnhöfe und der Energieanlagen. Die Milliarden für Stationen bilden damit einen wichtigen, aber nur einen Teil der Investitionen in das Bahnsystem.

Alkoholverbot soll bis Mitte Oktober überall gelten

Neben baulichen Verbesserungen setzt die Deutsche Bahn verstärkt auf Maßnahmen für mehr Sicherheit und Ordnung. Dazu gehört das bundesweite Alkoholkonsumverbot an Bahnhöfen. Die neue Regel wird nicht an einem einzigen Stichtag eingeführt. Sie gilt bereits an zahlreichen Stationen und wird schrittweise ausgeweitet. Bis zum 15. Oktober 2026 soll das Deutsche Bahn Alkoholverbot an allen rund 5.400 Bahnhöfen des Unternehmens umgesetzt sein.

Das Verbot betrifft das Trinken alkoholischer Getränke in den von der DB erfassten Bahnhofsbereichen, darunter Bahnhofshallen und Bahnsteige. Die Gastronomie in den Stationen ist davon ausgenommen. Reisende dürfen verschlossene alkoholische Getränke weiterhin transportieren, beispielsweise nach einem Einkauf oder im Gepäck.

Die Bahn setzt die Regel auf Grundlage ihres Hausrechts um. Wer gegen das Verbot verstößt, kann des Bahnhofs verwiesen werden. Bei wiederholten Verstößen kann ein Hausverbot folgen. Für die Umsetzung müssen örtliche Hausordnungen angepasst und mit Kommunen, Behörden und Verwaltungen abgestimmt werden.

Erste Bahnhöfe waren schon vorher alkoholfrei

Das Konzept ist nicht völlig neu. Schon vor der bundesweiten Einführung galt an rund 30 Bahnhöfen ein Alkoholkonsumverbot. Dazu zählten unter anderem Stationen in Hamburg, München und Köln. Zum 1. September kamen unter anderem der Berliner Hauptbahnhof, Berlin Gesundbrunnen, Kiel und Braunschweig hinzu. Weitere Stationen folgen bis Mitte Oktober.

Die Deutsche Bahn begründet die Ausweitung mit Sicherheitsaspekten. Sie verweist auf Erfahrungen aus bereits alkoholfreien Bahnhöfen und auf Modellprojekte, bei denen Konflikte und Auseinandersetzungen unter Alkoholeinfluss zurückgegangen seien. Eine Garantie, dass sich Gewalt allein durch das Verbot verhindern lässt, ergibt sich daraus nicht. Für die Kontrolle sind neben den Sicherheitskräften der Bahn auch staatliche Sicherheitsbehörden an Bahnhöfen relevant.

Das Alkoholverbot ist deshalb Teil eines breiteren Sicherheitspakets. Die DB hat 2026 zusätzlich rund 50 Millionen Euro für Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen vorgesehen. An besonders stark genutzten Stationen wurden Sicherheitsstreifen verstärkt und Reinigungsintervalle erhöht. Bundesweit erhielten zudem rund 1.400 Bahnhöfe zusätzliche Reinigungsaktionen.

Bahnhöfe rücken stärker in den Mittelpunkt

Die Programme zeigen einen deutlichen Schwerpunkt auf den Stationen selbst. Lange konzentrierte sich die öffentliche Debatte über den Zustand der Bahn vor allem auf verspätete Züge, Baustellen und das sanierungsbedürftige Schienennetz. Mit den Milliardeninvestitionen versucht die DB nun gleichzeitig, Bahnsteige, Zugänge und Empfangsgebäude sichtbarer zu verbessern.

Für Reisende bedeutet das zunächst allerdings vielerorts weitere Baustellen und Einschränkungen. Umfangreiche Umbauten lassen sich im laufenden Bahnbetrieb häufig nur über mehrere Jahre realisieren. Langfristig sollen modernisierte Anlagen, mehr Barrierefreiheit und verbesserte Aufenthaltsbereiche die Nutzung der Stationen erleichtern. Gleichzeitig setzt die Bahn mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und dem flächendeckenden Alkoholkonsumverbot auf strengere Regeln für den Aufenthalt in ihren Bahnhöfen.

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