US-Spirituosenkonzern Sazerac verhandelt über Berentzen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Getränkehersteller Berentzen könnte von einem der großen US-amerikanischen Spirituosenunternehmen übernommen werden. Die Berentzen-Gruppe aus Haselünne hat bestätigt, mit der Sazerac Company über ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot zu verhandeln. Gegenstand der Gespräche ist der Erwerb sämtlicher ausstehender Berentzen-Aktien. Eine Vereinbarung über die Transaktion gibt es bislang nicht.

Die Bestätigung erfolgte am Mittwochabend, 16. September 2026, über eine Pflichtmitteilung an den Kapitalmarkt. Zuvor waren Informationen über das Interesse des amerikanischen Konzerns bekannt geworden. Berentzen kündigte an, über weitere Entwicklungen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben zu informieren. Angaben zu einem möglichen Angebotspreis oder einem Zeitplan machte das Unternehmen nicht.

Sazerac könnte sämtliche Berentzen-Aktien übernehmen

Damit geht es nicht lediglich um eine Beteiligung an dem niedersächsischen Getränkehersteller. Verhandelt wird über ein Angebot an die Berentzen-Aktionäre zum Erwerb aller noch ausstehenden Aktien. Eine Übernahme von Berentzen durch Sazerac ist damit möglich, abgeschlossen ist sie jedoch nicht.

Berentzen ist im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert. Das Unternehmen arbeitet in den drei Geschäftsbereichen Spirituosen, alkoholfreie Getränke und Frischsaftsysteme. Zum Spirituosenportfolio gehören unter anderem Berentzen und Puschkin. Darüber hinaus produziert die Gruppe alkoholfreie Getränke und vertreibt Frischsaftsysteme.

Berentzen hatte Jahresprognose deutlich gesenkt

Die Gespräche fallen in eine wirtschaftlich schwierigere Phase für Berentzen. Im ersten Halbjahr 2026 lag der Konzernumsatz nach Unternehmensangaben bei 71,0 Millionen Euro. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 79,9 Millionen Euro gewesen. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern lag bei 0,6 Millionen Euro, nach 3,2 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025.

Berentzen hatte deshalb am 17. Juli seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 gesenkt. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Unternehmen seitdem einen Umsatz zwischen 151 und 156 Millionen Euro. Zuvor hatte die Spanne bei 163 bis 173 Millionen Euro gelegen. Beim EBIT rechnet Berentzen mit 3,5 bis 5,0 Millionen Euro, nachdem zuvor 7,0 bis 9,0 Millionen Euro erwartet worden waren. Als Hintergrund hatte das Unternehmen unter anderem eine schwächere Markt- und Konsumentwicklung in Deutschland genannt.

Sazerac besitzt mehr als 450 Spirituosenmarken

Mit Sazerac steht Berentzen ein wesentlich größerer Branchenkonzern gegenüber. Das in New Orleans ansässige und privat gehaltene US-Unternehmen führt nach eigenen Angaben mehr als 450 Marken. Zum Portfolio gehören unter anderem Buffalo Trace, Southern Comfort, Fireball und Blanton’s. Sazerac verfügt über Standorte in Nordamerika, Europa und im asiatisch-pazifischen Raum.

Erst am 14. September 2026 hatte Sazerac die Übernahme des britischen Anbieters Au Vodka abgeschlossen. Sazerac selbst veröffentlichte keinen Kaufpreis. Reuters berichtete unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person von einem Wert von mehr als 300 Millionen britischen Pfund. Diese Summe ist damit keine offiziell bestätigte Transaktionsangabe.

Die jüngste Transaktion unterstreicht zugleich die internationale Expansion des amerikanischen Unternehmens. Sazerac hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Marken und Produktionsstätten übernommen. Dazu gehörten unter anderem die Buffalo Trace Distillery sowie 2016 Southern Comfort.

Konditionen einer möglichen Berentzen-Übernahme noch offen

Wie weit die Gespräche mit Berentzen fortgeschritten sind, wurde nicht mitgeteilt. Auch ein möglicher Preis je Aktie, weitere Bedingungen eines Übernahmeangebots und mögliche Auswirkungen auf Standorte oder Beschäftigte sind bislang nicht bekannt.

Offiziell bestätigt ist derzeit ausschließlich, dass Berentzen und Sazerac über ein freiwilliges öffentliches Angebot für sämtliche ausstehenden Aktien verhandeln. Ob daraus tatsächlich ein verbindliches Angebot und anschließend eine Übernahme entsteht, ist noch offen.

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