Mercks Milliardenofferte gibt Bio-Techne neuen Schub

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Bio-Techne rückt nach Merck-Angebot in den Fokus

Die geplante Übernahme von Bio-Techne durch Merck KGaA hat die Aktie des US-Unternehmens kräftig bewegt. Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern will Bio-Techne für 73 US-Dollar je Aktie in bar kaufen. Daraus ergibt sich nach Angaben der Unternehmen ein Unternehmenswert von rund 11,3 Milliarden US-Dollar, umgerechnet etwa 9,9 Milliarden Euro.

Offiziell bestätigt war zunächst, dass Merck und Bio-Techne eine verbindliche Vereinbarung geschlossen haben. Der Abschluss der Transaktion steht aber noch unter Vorbehalt. Erforderlich sind unter anderem die Zustimmung der Bio-Techne-Aktionäre und die Freigaben der zuständigen Aufsichtsbehörden.

Aktie steigt deutlich, bleibt aber unter dem Angebotspreis

An der Börse reagierten Anleger klar auf die Offerte. Die Bio-Techne-Aktie legte nach Bekanntwerden der Vereinbarung deutlich zu. Sie näherte sich dem gebotenen Preis von 73 US-Dollar je Aktie, lag aber zunächst darunter.

Das ist bei angekündigten Übernahmen nicht ungewöhnlich. Solange eine Transaktion noch nicht vollzogen ist, preist der Markt häufig verbleibende Risiken ein. Dazu zählen die Dauer des Verfahrens, mögliche Auflagen der Behörden und die ausstehende Zustimmung der Aktionäre. Eine abgeschlossene Übernahme war zunächst nicht zu vermelden.

Was Bio-Techne für Merck interessant macht

Bio-Techne mit Sitz in Minneapolis ist ein Anbieter von Werkzeugen, Reagenzien, Analyseverfahren und Diagnostiklösungen für Forschung, Biotechnologie und Pharmaindustrie. Das Unternehmen beliefert unter anderem akademische Labore, Biopharma-Unternehmen und diagnostische Einrichtungen.

Für Merck geht es bei dem Deal vor allem um die Stärkung der Life-Science-Sparte. Bio-Techne bringt Produkte und Technologien in Bereichen wie Proteinanalyse, räumliche Biologie, Präzisionsdiagnostik sowie Zell- und Gentherapie ein. Merck will damit sein Angebot entlang der Wertschöpfungskette in Forschung und biopharmazeutischer Produktion ausbauen.

Unternehmenslage bleibt operativ gemischt

Bio-Techne kommt nicht aus einer Phase reiner Stärke. Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 sank der Umsatz nach Unternehmensangaben um 2 Prozent auf 311,4 Millionen US-Dollar. Auch der organische Umsatz ging um 2 Prozent zurück. Als Belastungsfaktoren nannte Bio-Techne unter anderem Vergleichseffekte aus dem Vorjahr und die zeitliche Verteilung größerer Lieferungen.

Gleichzeitig verbesserte sich das Ergebnis nach US-Rechnungslegung. Der Gewinn je Aktie stieg im Quartal auf 0,32 US-Dollar nach 0,14 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank dagegen leicht auf 0,53 US-Dollar. Das zeigt: Bio-Techne ist weiterhin profitabel, steht aber in einzelnen Kundengruppen unter Nachfragedruck.

Große Pharmafirmen stützen das Geschäft

Nach Angaben von Bio-Techne entwickelte sich die Nachfrage großer Pharmaunternehmen zuletzt besser als die Nachfrage junger Biotechfirmen. Das Unternehmen berichtete von anhaltend zweistelligem Wachstum im Geschäft mit großen Pharmakunden. Zugleich blieb die Ausgabebereitschaft kleinerer und wachstumsorientierter Biotechunternehmen verhaltener.

Diese Entwicklung passt zur Lage vieler Anbieter von Life-Science-Werkzeugen. Nach dem pandemiebedingten Boom hat sich die Nachfrage in Teilen der Branche normalisiert. Zugleich investieren große Pharmaunternehmen weiter in Forschung, neue Therapieformen und komplexe Herstellungsverfahren. Genau in diesem Umfeld will Merck Bio-Techne stärker in seine globale Life-Science-Plattform einbinden.

Abschluss frühestens Ende 2026 erwartet

Merck und Bio-Techne rechnen mit einem Abschluss der Transaktion Ende 2026 oder Anfang 2027. Die Finanzierung soll aus vorhandenen Barmitteln und neuen Schulden erfolgen. Merck stellt zudem Kostensynergien von rund 140 Millionen Euro in Aussicht, die bis zum dritten Jahr nach Abschluss vollständig erreicht werden sollen.

Diese Angaben sind Planwerte der Unternehmen. Ob sie erreicht werden, hängt vom Vollzug der Transaktion und der späteren Integration ab. Die genauen Auswirkungen auf Beschäftigte, Standorte und Produktstrukturen blieben zunächst offen.

Kein endgültiger Eigentümerwechsel

Für Bio-Techne bedeutet die Vereinbarung vorerst vor allem eine neue Bewertung durch den Markt. Die Aktie hat auf das Angebot deutlich reagiert, doch rechtlich und wirtschaftlich ist der Eigentümerwechsel noch nicht abgeschlossen.

Entscheidend werden nun die nächsten Schritte im Verfahren. Dazu gehören die Unterlagen für die Aktionäre, mögliche Rückfragen von Aufsichtsbehörden und die Abstimmung über den Zusammenschluss. Bis dahin bleibt Bio-Techne ein eigenständiges börsennotiertes Unternehmen, dessen Kurs sich eng an den Erwartungen zum Abschluss des Merck-Deals orientieren dürfte.

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