
Christine Lagarde EZB: Die Chefin der Europäischen Zentralbank hält angesichts des Iran-Kriegs und steigender Energiepreise an einer abwartenden Geldpolitik fest. Der Leitzins der EZB soll am 30. April 2026 unverändert bei 2,00 Prozent bleiben – und gleichzeitig sorgen Spekulationen über Lagardes vorzeitigen Abgang für Aufsehen, die die EZB-Präsidentin umgehend dementiert hat.
Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde hat sich in der vergangenen Woche vor dem Europäischen Parlament klar positioniert: Die Notenbank werde abwarten, bis sich die wirtschaftlichen Auswirkungen des Iran-Kriegs und der damit verbundenen Energiepreis-Turbulenzen klarer abzeichnen. Eine Zinserhöhung auf der nächsten Sitzung am 30. April sei demnach kaum wahrscheinlich – Analysten schätzen die Wahrscheinlichkeit auf nur noch rund 25 Prozent, nachdem sie Mitte März noch bei 60 Prozent gelegen hatte.
Die Ölpreise sind seit Ausbruch des Iran-Kriegs um rund 18 Prozent gestiegen. Das verteuert Energie und Transporte in der gesamten Eurozone. Lagarde sprach von einem „signifikanten externen Schock“, der die Wachstumsprognosen der EZB unter das bisherige Basisszenario drückt. Die Notenbank beobachte die Lage genau, wolle aber keine voreiligen geldpolitischen Schritte riskieren – wie die aktuelle DAX-Analyse für April 2026 zeigt.
Gleichzeitig warnt die EZB-Chefin vor einem möglichen Inflationsschub: Sollte der Ölpreis weiter steigen und sich die Lieferketten in der Region weiter destabilisieren, könnte die Inflation über das bisherige EZB-Basisszenario von 2,3 Prozent für 2026 hinausschießen. Die Wirtschaft der Eurozone habe sich durch den Iran-Krieg bereits unter das EZB-Basisszenario verschoben – sowohl was das Wachstum als auch die Preisstabilität betreffe.
Lagarde betonte dennoch, dass die Kerninflation ohne Energie und Lebensmittel zuletzt auf 2,4 Prozent gesunken sei – ein positives Signal, das Spielraum für Zurückhaltung lasse. Die EZB werde alle verfügbaren Daten auswerten, bevor weitere Schritte beschlossen würden, ähnlich wie etwa die Entwicklung bei Russlands Wirtschaft 2026 zeigt.
Neben der Zinsdebatte sorgen Berichte der Financial Times für Aufsehen: Das Blatt berichtete, Lagarde erwäge einen vorzeitigen Abgang vor dem offiziellen Ablauf ihrer Amtszeit im Oktober 2027 – möglicherweise um einen wichtigen europäischen Posten zu übernehmen. Die EZB-Präsidentin wies die Berichte umgehend zurück und erklärte, sie werde ihr Mandat vollständig erfüllen.
Die Spekulationen befeuern dennoch eine Debatte über mögliche Nachfolger. Als Kandidaten werden der deutsche Bundesbankpräsident Joachim Nagel, EZB-Direktorin Isabel Schnabel und der niederländische Notenbankchef Klaas Knot gehandelt. Eine Entscheidung steht jedoch in keiner Weise bevor – zunächst steht die Zinsentscheidung Ende April im Fokus.
Alle Augen richten sich nun auf die EZB-Sitzung am 30. April 2026. Marktbeobachter rechnen mehrheitlich damit, dass der Leitzins unverändert bei 2,00 Prozent bleibt. Christine Lagarde EZB dürfte erneut betonen, dass die Notenbank datenabhängig vorgeht und keine vorab festgelegte Richtung verfolgt. Entscheidend wird sein, wie sich die Energiepreise und die Kerninflation in den kommenden Wochen entwickeln. Die Märkte bleiben in Erwartungshaltung – eine klare geldpolitische Wende ist nach dem Iran-Schock und den Unsicherheiten an den Energiemärkten vorerst nicht in Sicht.
Quellen: Bloomberg, Finanznachrichten.de, fxstreet.de, Handelsblatt, SRF, NZZ, Finanztreff, Börsen-Zeitung
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