
Diätenerhöhung 2026: Die 630 Abgeordneten des Deutschen Bundestages erhalten ab dem 1. Juli 2026 knapp 500 Euro mehr pro Monat. Die Diäten steigen automatisch um 4,2 Prozent – von 11.833,47 Euro auf rund 12.330 Euro monatlich. Angesichts von Spardebatten und wirtschaftlich schwieriger Zeiten für viele Bürger wächst die Kritik an der Erhöhung.
Die Grundlage für die Diätenerhöhung 2026 ist ein gesetzlich verankerter Automatismus: Das Abgeordnetengesetz schreibt vor, dass die Parlamentarierentschädigung jährlich zum 1. Juli entsprechend der allgemeinen Lohnentwicklung in Deutschland angepasst wird. Maßstab ist dabei der Nominallohnindex des Statistischen Bundesamts. Da die Löhne in Deutschland im Jahr 2025 um 4,2 Prozent gestiegen sind, klettert auch die Abgeordnetenentschädigung um exakt diesen Prozentsatz.
Eine gesonderte Abstimmung im Plenum ist dafür nicht nötig. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner muss die Erhöhung lediglich als Drucksache veröffentlichen – dann tritt sie automatisch in Kraft. Die automatische Anpassung gilt für die gesamte laufende Legislaturperiode und wurde bereits im Juni 2025 mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen verlängert. AfD und Linke hatten dagegen gestimmt.
Die Diätenerhöhung stößt parteiübergreifend auf Kritik – und das ungewöhnlicherweise sogar in den Reihen der Regierungskoalition. Der CDU-Abgeordnete Wilhelm Gebhard forderte einen Stopp der Erhöhung: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müsse die Politik selbst Zurückhaltung zeigen. Angesichts von Haushaltsdebatten und Sparforderungen wirke die automatische Gehaltserhöhung für Volksvertreter wie ein falsches Signal, so die Argumentation.
Kritik kommt auch von der Linken. Die Partei verweist darauf, dass der Bundestag gleichzeitig eine deutlichere Mindestlohnerhöhung verhindere. Die Abgeordnetenwatch-Abfrage an Heidi Reichinnek belegt, dass das Thema auch bei Bürgern auf Unverständnis stößt – gerade weil die Diäten in den vergangenen Jahren bereits mehrfach deutlich angehoben wurden. Das wirft die Frage auf, ob das System der Selbstbedienung dem parlamentarischen Ansehen schadet.
Zum Vergleich: Wie die aktuelle Lage bei der Beamtenbesoldung zeigt, kämpfen Beamte seit Jahren darum, zeitgleich mit den allgemeinen Lohnerhöhungen Anpassungen zu erhalten – während Abgeordnete ihren Anpassungsmechanismus automatisch und ohne Debatte aktivieren.
Besonders ins Auge fällt die Situation von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner: Als Amtsträgerin erhält sie eine zweite Diät als Amtsgehalt und kommt damit künftig auf monatliche Bezüge von rund 24.661 Euro – ein Plus von fast 1.000 Euro. Auch andere Funktionsträger im Bundestag profitieren überdurchschnittlich von der prozentualen Erhöhung.
Für die regulären Abgeordneten gilt: Mit dem Schritt auf 12.330 Euro knacken die Parlamentarier erstmals die 12.000-Euro-Marke. Hinzu kommen steuerfreie Kostenpauschalen für Büro und Reisen sowie eine eigene Altersversorgung – für jedes Mandatsjahr werden 2,5 Prozent der Diäten als Rentenanspruch erworben. Damit ergibt sich nach einer vollen Legislaturperiode von vier Jahren bereits ein Rentenanspruch von zehn Prozent der Aktivbezüge.
Die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz hat sich bislang nicht öffentlich zur Diätenerhöhung 2026 geäußert. Der Mechanismus sei gesetzlich festgelegt und bedürfe keiner politischen Stellungnahme, heißt es aus Regierungskreisen. Für Beobachter ist das dennoch ein symptomatisches Problem: Während die Koalition Sparmaßnahmen in der Sozialpolitik beschloss und laut aktuellen Umfragen unter Druck gerät, erhöht der Bundestag seine eigenen Bezüge geräuschlos per Automatismus. Die öffentliche Diskussion darüber dürfte mit dem Näherrücken des Juli-Termins noch lauter werden.
Quellen: Berliner Zeitung, Werra-Rundschau, Hasepost, Cicero, Tradersunion, das-parlament.de, faktastisch.de
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