
Der Clarity Act steht vor einem entscheidenden Moment: Das US-amerikanische Gesetz zur Regulierung digitaler Assets rückt einer Abstimmung im US-Senat immer näher. Laut Patrick Witt, dem obersten Krypto-Berater des Weißen Hauses, werden derzeit die letzten Hürden vor einer möglichen Senatsabstimmung noch im April ausgeräumt.
Der Clarity Act – offiziell „Digital Asset Market Clarity Act of 2025″ – ist ein umfassendes Marktstrukturgesetz für digitale Assets in den USA. Es soll klare Regeln schaffen, welche Kryptowährungen als Wertpapiere (Zuständigkeit der SEC) und welche als Rohstoffe (Zuständigkeit der CFTC) eingestuft werden. Damit würde ein jahrelanger Regulierungsstreit zwischen den US-Behörden beendet, der die Kryptoindustrie in einer Grauzone gelassen hatte.
Der größte Streitpunkt war bislang die Frage der Stablecoin-Renditen. Laut Berater Witt nähern sich die Verhandlungsparteien aber einer Einigung. Wenn der aktuelle Senats-Kompromiss hält, sollen weitere Knackpunkte deutlich leichter zu lösen sein. Senats-Bankenausschuss-Vorsitzender Tim Scott hat bislang noch keinen offiziellen Termin für eine Abstimmung festgelegt – Befürworter wie Senator Bill Hagerty zeigen sich aber optimistisch, dass das Komitee den Clarity Act noch vor Ende April verabschieden könnte.
Die Zeit drängt: Die Kryptoindustrie will den Clarity Act möglichst noch vor den US-Zwischenwahlen 2026 durch den Kongress bringen. Danach könnten sich politische Mehrheiten verschieben. Ripple-Chef Brad Garlinghouse schätzt die Chancen auf 80 bis 90 Prozent, während der Politikchef von Wintermute nur eine Wahrscheinlichkeit von 30 Prozent sieht. Die Einschätzungen gehen also weit auseinander.
Sollte der Clarity Act in Kraft treten, hätte das globale Auswirkungen. Die USA würden klare Spielregeln für Krypto-Unternehmen setzen und könnten damit Marktanteile von Europa und anderen Regionen abziehen. Für die EU, die mit MiCA bereits einen eigenen Regulierungsrahmen eingeführt hat, wäre ein US-amerikanisches Pendant ein wichtiges Signal – und möglicher Wettbewerbsfaktor im globalen Rennen um die Kryptowirtschaft.
Parallel zum Clarity Act berät der US-Kongress auch über ein separates Stablecoin-Gesetz. Beide Vorhaben hängen politisch eng zusammen. Experten gehen davon aus, dass eine Einigung beim Stablecoin-Gesetz auch den Weg für den Clarity Act freimachen würde. Die nächsten Wochen im US-Senat werden damit zur Schlüsselphase für die globale Kryptoregulierung.
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