Fed-Zinswende prägt den DAX-Börsentag am Donnerstag

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der deutsche Aktienmarkt steht am Donnerstag vor einem von der internationalen Geldpolitik geprägten Handelstag. Der DAX hatte den Mittwoch mit einem Plus von 0,53 Prozent bei 25.537,75 Punkten beendet. Stand dieser Angabe ist der Xetra-Schluss am 16. September 2026, Quelle ist die Deutsche Börse.

Vor dem Handelsstart am Donnerstag richtet sich der Blick vor allem auf die USA. Die Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit mehr als drei Jahren angehoben. Zugleich haben fallende Ölpreise und eine leichte Erholung an mehreren asiatischen Aktienmärkten die Ausgangslage für europäische Aktien verbessert.

US-Notenbank erhöht Leitzins auf 3,75 bis 4 Prozent

Die Federal Reserve hob die Zielspanne für den US-Leitzins am Mittwochabend um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Der Beschluss fiel nach Angaben der US-Notenbank einstimmig. Die Fed begründete den Schritt mit weiterhin erhöhtem Inflationsdruck und ihrem Ziel, die Teuerung wieder in Richtung der Marke von zwei Prozent zu bringen.

Damit hat sich das internationale Zinsumfeld für Aktienanleger erneut verändert. Höhere Leitzinsen können Finanzierungen verteuern und gleichzeitig festverzinsliche Anlagen attraktiver machen. Für den DAX-Börsentag am 17. September 2026 dürfte deshalb entscheidend sein, wie die Märkte die Aussicht auf weitere Zinsschritte bewerten.

Die kurzfristigen US-Anleiherenditen zogen nach der Entscheidung an. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen lag am frühen Donnerstag laut Reuters bei rund 4,71 Prozent. Die zehnjährige Rendite bewegte sich knapp unter der Marke von fünf Prozent. Stand der Reuters-Angaben war der frühe Morgen des 17. September 2026.

Wall Street gibt nach Fed-Entscheidung nach

An der Wall Street setzte nach der Zinsentscheidung zunächst Verkaufsdruck ein. Der Dow Jones verlor am Mittwoch 1,21 Prozent, der S&P 500 gab um rund 0,44 Prozent nach, während der Nasdaq nahezu unverändert schloss.

Am Donnerstagmorgen zeigten die US-Futures dagegen wieder nach oben. Nasdaq-Futures lagen laut Reuters gegen 4.05 Uhr deutscher Zeit etwa 0,6 Prozent höher, Futures auf den S&P 500 rund 0,5 Prozent im Plus.

Auch aus Asien kamen gemischte, insgesamt aber stabilere Signale. Der japanische Nikkei gewann am Morgen rund 0,5 Prozent. Der breitere MSCI-Index für Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum außerhalb Japans stieg um etwa 0,4 Prozent. Chinas CSI 300 verlor dagegen 0,4 Prozent, der Hang Seng in Hongkong rund 0,9 Prozent. Stand war der frühe Handel am 17. September 2026, Quelle Reuters.

Ölpreis gibt nach und nimmt etwas Inflationsdruck heraus

Ein weiterer wichtiger Faktor für den deutschen Aktienmarkt bleibt der Ölpreis. Die hohen Energiepreise hatten in den vergangenen Wochen die Sorge vor einer erneuten Beschleunigung der Inflation verstärkt.

Am Donnerstagmorgen lag der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl laut Reuters bei 105,05 US-Dollar. Das waren 0,7 Prozent weniger als zuvor. Bereits am Mittwoch hatte Brent rund 2,7 Prozent verloren. Reuters nannte zusätzliche saudische Rohölangebote als einen Faktor, der die Sorgen über mögliche Lieferausfälle etwas gedämpft habe. Stand der Preisangabe war der frühe Morgen des 17. September 2026.

Für den DAX ist die Entwicklung am Energiemarkt gleich in mehrfacher Hinsicht relevant. Sinkende Ölpreise können den Inflationsdruck begrenzen und damit den Druck auf die Notenbanken reduzieren. Gleichzeitig beeinflussen sie die Geschäftsaussichten energieintensiver Unternehmen.

DAX kam am Mittwoch wieder über 25.500 Punkte

Der DAX hatte sich bereits vor der Fed-Entscheidung etwas erholt. Am Mittwoch stieg der deutsche Leitindex um 135,47 Punkte oder 0,53 Prozent auf 25.537,75 Punkte. Am Dienstag hatte er noch bei 25.402,28 Punkten geschlossen.

Damit blieb der Index allerdings unter seinem Ende August erreichten Jahreshoch. Die Schwankungen hatten zuletzt deutlich zugenommen, vor allem wegen der Kombination aus steigenden Energiepreisen, höheren Anleiherenditen und veränderten Zinserwartungen.

Eurozonen-Inflation rückt um 12 Uhr in den Fokus

Nach dem Handelsstart dürfte am Donnerstag auch die Inflationsentwicklung im Euroraum stärker in den Mittelpunkt rücken. Die Europäische Zentralbank veröffentlicht um 12 Uhr die saisonbereinigten Daten zum harmonisierten Verbraucherpreisindex für August 2026.

Die Zahlen erhalten besonderes Gewicht, weil die EZB zuletzt bereits auf den stärkeren Inflationsdruck durch höhere Energiepreise reagiert hat. Änderungen bei den Inflationserwartungen können sich unmittelbar auf Anleiherenditen und zinssensitive DAX-Werte auswirken.

Bank of England entscheidet ebenfalls über Zinsen

Auch in Großbritannien steht am Donnerstag eine wichtige geldpolitische Entscheidung an. Die Bank of England veröffentlicht um 13 Uhr deutscher Zeit ihren September-Beschluss. Der britische Leitzins lag seit Ende Juli bei 3,75 Prozent. Damals hatten sechs Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses für unveränderte Zinsen gestimmt, drei Mitglieder für eine Erhöhung auf vier Prozent.

Die Entscheidung könnte zusätzlich auf europäische Anleihen und Aktien ausstrahlen. Reuters zufolge rechneten Marktteilnehmer am Donnerstagmorgen überwiegend mit unveränderten britischen Zinsen.

Weitere Impulse kommen am Nachmittag aus den USA

Am Nachmittag stehen zudem neue Daten vom amerikanischen Immobilienmarkt an. Das US Census Bureau veröffentlicht um 14.30 Uhr deutscher Zeit Zahlen zu Baubeginnen und Baugenehmigungen für August 2026.

Damit treffen am Donnerstag mehrere marktbewegende Faktoren aufeinander: die Verarbeitung der Fed-Zinserhöhung, Veränderungen bei Anleiherenditen und Ölpreisen sowie neue Inflations- und Konjunkturdaten. Wie stark diese Faktoren den DAX tatsächlich bewegen, zeigt sich erst nach Beginn des Xetra-Handels um 9 Uhr.

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