
Die Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr von El Niño im Jahr 2026 ist deutlich gestiegen. Das US-Klimazentrum Climate Prediction Center führt inzwischen eine El-Niño-Wache und sieht eine hohe Chance, dass sich das Klimaphänomen bereits zwischen Mai und Juli entwickelt. Auch die Weltorganisation für Meteorologie rechnet mit einer deutlichen Erwärmung im tropischen Pazifik und einer möglichen Intensivierung im weiteren Jahresverlauf.
Noch ist El Niño jedoch nicht vollständig ausgebildet. Nach den jüngsten Klimadaten herrschten zuletzt neutrale ENSO-Bedingungen. Das bedeutet: Der tropische Pazifik befand sich weder eindeutig in einer El-Niño- noch in einer La-Niña-Phase. Gleichzeitig zeigen mehrere Messwerte eine klare Erwärmungstendenz. Vor allem unter der Meeresoberfläche hat sich im äquatorialen Pazifik ungewöhnlich viel Wärme aufgebaut.
Das Climate Prediction Center der US-Wetterbehörde NOAA bezifferte die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von El Niño im Zeitraum Mai bis Juli 2026 auf 82 Prozent. Für den Zeitraum Dezember 2026 bis Februar 2027 wird eine Fortdauer des Ereignisses mit 96 Prozent angegeben. Diese Werte zeigen, dass die Rückkehr von El Niño inzwischen als sehr wahrscheinlich gilt.
Die Unsicherheit liegt vor allem bei der Stärke. NOAA weist ausdrücklich darauf hin, dass keine einzelne Intensitätskategorie derzeit eine Wahrscheinlichkeit von mehr als 37 Prozent erreicht. Damit ist offen, ob es sich um ein moderates, starkes oder sehr starkes Ereignis handeln wird. Auch das australische Bureau of Meteorology warnt vor zu frühen Festlegungen, weil Vorhersagen zu dieser Jahreszeit noch durch eine saisonale Prognosehürde erschwert werden.
El Niño entsteht nicht allein durch wärmeres Wasser an der Oberfläche des tropischen Pazifiks. Entscheidend ist, ob sich Ozean und Atmosphäre gegenseitig verstärken. Dazu gehören veränderte Passatwinde, Luftdruckmuster und Wolkenbildung über dem Pazifik. Erst wenn diese Kopplung stabil einsetzt, sprechen Klimazentren von einem ausgebildeten El-Niño-Zustand.
Genau hier liegt der zentrale Punkt der aktuellen Entwicklung. Die Wassertemperaturen steigen, und auch unter der Oberfläche hat sich Wärme aufgebaut. Für eine gesicherte Einstufung müssen sich die atmosphärischen Muster aber weiter entsprechend entwickeln. Offiziell bestätigt war zunächst eine El-Niño-Wache, nicht ein bereits vollständig etablierter El Niño.
El Niño ist Teil der El Niño Southern Oscillation, eines natürlichen Klimamusters im tropischen Pazifik. Es kann Regen, Dürren, Hitzemuster und Sturmaktivität in vielen Weltregionen verändern. Typische Auswirkungen sind mehr Niederschläge in Teilen des südlichen Südamerikas, im Süden der USA, am Horn von Afrika und in Zentralasien. Gleichzeitig steigt in Australien, Indonesien und Teilen Südasiens häufig das Risiko trockenerer Bedingungen.
Auch die tropischen Wirbelsturmmuster können sich verschieben. In El-Niño-Phasen werden Hurrikane im Atlantik tendenziell eher gedämpft, während der zentrale und östliche Pazifik günstiger für tropische Wirbelstürme werden kann. Diese Zusammenhänge sind jedoch keine festen Vorhersagen für einzelne Länder oder konkrete Unwetter. Jedes El-Niño-Ereignis entwickelt sich anders.
In einigen Darstellungen wird bereits über einen außergewöhnlich starken El Niño spekuliert. Die WMO verwendet den Begriff „Super-El-Niño“ nicht als standardisierte operative Kategorie. Auch das australische Bureau of Meteorology verweist darauf, dass Begriffe wie „super“ oder „selten“ nicht Teil seiner offiziellen ENSO-Klassifikation sind.
Belastbar ist derzeit: Die Wahrscheinlichkeit für El Niño 2026 ist hoch, die Stärke bleibt offen. Ein starker Verlauf ist möglich, aber nicht gesichert. Ebenso gilt: Ein starkes El-Niño-Ereignis führt nicht automatisch überall zu starken Auswirkungen. Es erhöht nur in bestimmten Regionen die Wahrscheinlichkeit bestimmter Wetterabweichungen.
El Niño ist ein natürliches Klimaphänomen. Nach Angaben der WMO gibt es keine gesicherte Evidenz dafür, dass der Klimawandel die Häufigkeit oder Intensität von El-Niño-Ereignissen generell erhöht. Gleichzeitig kann eine wärmere Atmosphäre bestimmte Folgen verstärken. Mehr Wärme und mehr Feuchtigkeit können Hitzewellen und Starkregenereignisse in anfälligen Regionen verschärfen.
Das macht die Entwicklung 2026 international relevant. Regierungen, Wetterdienste, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und humanitäre Organisationen nutzen ENSO-Prognosen, um Risiken für Ernten, Wasserversorgung, Gesundheit und Energieplanung frühzeitig einzuschätzen. Für konkrete regionale Vorhersagen bleiben jedoch nationale Wetterdienste und saisonale Prognosen entscheidend. Wie sich El Niño auf die Sommerprognose für 2026 auswirken wird, bleibt abzuwarten.
Der weitere Verlauf hängt davon ab, ob sich die Erwärmung im tropischen Pazifik in den kommenden Monaten stabil mit der Atmosphäre koppelt. Die Prognosen deuten klar in Richtung El Niño, doch die Intensität ist noch nicht gesichert. Ein genaueres Bild dürfte entstehen, wenn die saisonale Prognoseunsicherheit im weiteren Jahresverlauf abnimmt.
Für 2026 zeichnet sich damit ein wichtiges Klimaereignis ab, aber kein feststehendes Katastrophenszenario. Die belastbare Nachricht lautet: El Niño dürfte zurückkehren. Wie stark er wird und welche Regionen besonders betroffen sein werden, bleibt zunächst offen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu