
Bei einer Explosion im Entsorgungszentrum Überlingen-Füllenwaid am Bodensee ist am Freitagmittag ein Mitarbeiter schwer verletzt worden. Der Vorfall ereignete sich im Bereich einer Müllumladestation der Anlage im Bodenseekreis. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand der Polizei könnte unerlaubt entsorgte Munition die Detonation ausgelöst haben. Die genaue Ursache war am Freitagnachmittag noch nicht geklärt. Spezialisten wurden hinzugezogen, der betroffene Bereich des Entsorgungszentrums wurde abgesperrt.
Betroffen ist das Entsorgungszentrum Überlingen-Füllenwaid an der Adresse Ottomühle in 88662 Überlingen. Die Anlage liegt nördlich der Stadt nahe der B31 und der Landesstraße in Richtung Lippertsreute und Heiligenberg. Sie gehört zu den Entsorgungseinrichtungen des Bodenseekreises und wird über dessen Abfallwirtschaftsamt betrieben. Neben der Annahme verschiedener Abfälle befindet sich dort auch eine Umladestation.
Die Explosion ereignete sich am Freitagmittag an dieser Umladestation. Ein regionaler Bericht nennt eine Alarmierung der Einsatzkräfte gegen 12.15 Uhr. Eine Agenturmeldung und die Angaben des SWR bestätigen den Vorfall am Mittag, nennen jedoch keine minutengenaue Explosionszeit. Deshalb lässt sich derzeit nur sicher festhalten, dass sich das Unglück um die Mittagszeit ereignete.
Ein Mitarbeiter, der sich im Bereich der Umladestation befand, erlitt schwere Verletzungen. Er wurde anschließend zur medizinischen Behandlung in eine Klinik gebracht. Weitere gesicherte Angaben zu Art und Umfang seiner Verletzungen oder zu seinem aktuellen Gesundheitszustand lagen zunächst nicht vor.
Nach Angaben aus dem Einsatzgeschehen war auch ein Rettungshubschrauber vor Ort. Dass der Schwerverletzte mit diesem Hubschrauber in eine Klinik geflogen wurde, wurde in einem Bericht vom Einsatzort angegeben. Die Polizei bestätigte zunächst lediglich, dass der Mann in ein Krankenhaus gebracht wurde.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein Karton, in dem sich nach bisherigen Erkenntnissen Munition befunden haben soll. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass diese unerlaubt auf dem Gelände entsorgt worden sein könnte. Als Möglichkeit wird Munition für Signalkörper genannt. Festgestellt war die genaue Art der Gegenstände am Freitagnachmittag jedoch noch nicht.
Auch der Ablauf unmittelbar vor der Explosion blieb zunächst ungeklärt. Offen war insbesondere, wodurch die mutmaßliche Munition gezündet wurde und wann beziehungsweise durch wen der Karton auf das Gelände gelangte. Der SWR berichtete unter Berufung auf die Ermittlungen, dass bislang nicht bekannt sei, wer ihn abgegeben habe.
Damit steht auch die Ursache der Detonation noch nicht abschließend fest. Die Annahme, dass Munition im Abfall die Explosion ausgelöst hat, entspricht dem derzeitigen Verdacht der Polizei. Eine abschließende Untersuchung der sichergestellten Gegenstände stand zunächst noch aus.
Nach der Explosion wurde der betreffende Teil des Entsorgungszentrums geräumt und abgesperrt. Sprengstoffexperten sollten den Karton und seinen Inhalt untersuchen. Außerdem sollte geklärt werden, ob sich auf dem Gelände weitere gefährliche Gegenstände oder Munition befinden.
Aus dem örtlichen Einsatzgeschehen wurde zudem berichtet, dass der Kampfmittelbeseitigungsdienst angefordert worden sei. Die Feuerwehr Überlingen war demnach mit mehreren Kräften im Einsatz, ein Gefahrgutzug stand bereit. Diese Einzelheiten wurden am frühen Nachmittag aus dem Einsatzumfeld gemeldet. Eine detaillierte offizielle Einsatzbilanz der Feuerwehr mit Zahl der Kräfte und Fahrzeuge lag zunächst nicht vor.
Die Polizei sperrte das Umfeld der betroffenen Umladestation ab. Bis zur Untersuchung durch die Spezialisten sollte der Gefahrenbereich nicht wieder freigegeben werden. Eine konkrete Uhrzeit für das Ende der Sperrung war zunächst nicht bekannt. Ebenso lagen zunächst keine gesicherten Angaben dazu vor, wann der reguläre Betrieb des gesamten Entsorgungszentrums wieder vollständig aufgenommen werden kann.
Das Entsorgungszentrum Überlingen-Füllenwaid ist eine von drei entsprechenden Anlagen des Bodenseekreises. Weitere Zentren befinden sich in Friedrichshafen-Weiherberg und Tettnang-Sputenwinkel. Für Überlingen nennt der Landkreis regulär Öffnungszeiten montags bis freitags von 8 bis 11.45 Uhr sowie von 13 bis 16.45 Uhr.
Die Anlage hat für den westlichen Teil des Landkreises eine wichtige Funktion. Die Müllumladestation in Überlingen-Füllenwaid wurde bereits 1983 eingerichtet. In den folgenden Jahren kamen unter anderem ein Wertstoffbereich und eine Grüngutkompostierungsanlage hinzu. Nach Angaben des Bodenseekreises wurde die Anlage damit schrittweise zu einem umfassenden Entsorgungszentrum ausgebaut.
Damit unterscheidet sich der Standort auch vom Wertstoffhof Überlingen-Innenstadt in der Obertorstraße. Dieser befindet sich neben dem städtischen Bauhof und ist eine separate Einrichtung. Die Explosion vom Freitag ereignete sich dagegen im Entsorgungszentrum Füllenwaid in der Ottomühle.
Die weiteren Ermittlungen müssen nun insbesondere klären, um welche Art von Gegenständen es sich in dem Karton tatsächlich handelte und wodurch die Explosion ausgelöst wurde. Offiziell bestätigt war am Freitagnachmittag, dass ein Mitarbeiter schwer verletzt wurde und Spezialisten wegen des Verdachts auf unerlaubt entsorgte Munition hinzugezogen wurden.
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