Fed erhöht Leitzins erstmals seit 2023 und der DAX hält dagegen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die US-Notenbank Federal Reserve hat ihren Leitzins erstmals seit mehr als drei Jahren erhöht und zugleich erkennen lassen, dass der Zinsschritt nicht zwingend der letzte in diesem Jahr bleibt. Die Entscheidung sorgte zunächst für steigende US-Anleiherenditen und einen festeren Dollar. Am deutschen Aktienmarkt deutete sich am Donnerstagmorgen dennoch ein freundlicher Handelsstart an.

Die Fed hob die Zielspanne für den Federal Funds Rate am Mittwochabend um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent an. Das zuständige Federal Open Market Committee beschloss den Schritt einstimmig mit zwölf zu null Stimmen. Es war die erste Zinserhöhung der US-Notenbank seit 2023.

Fed reagiert auf weiterhin erhöhte Inflation

Als Grund für den geldpolitischen Kurswechsel verwies die Fed auf die weiterhin erhöhte Inflation. Zugleich bezeichnete sie die wirtschaftliche Aktivität in den USA als solide. Die privaten Ausgaben hätten sich widerstandsfähig gezeigt, Investitionen seien robust und der Arbeitsmarkt habe sich insgesamt wenig verändert.

Die neuen Projektionen der Notenbank unterstreichen den verschärften Kurs. Für 2026 erwarten die Fed-Mitglieder im Median eine PCE-Inflationsrate von 3,7 Prozent. Im Juni waren noch 3,6 Prozent prognostiziert worden. Beim Wirtschaftswachstum hob die Notenbank ihre Medianprognose für 2026 von 2,2 auf 2,3 Prozent an.

Auch der erwartete Zinspfad wurde nach oben verschoben. Der Median der Projektionen für den Federal Funds Rate liegt zum Jahresende 2026 bei rund 4,1 Prozent. Damit deutet die Projektion im Mittel auf mindestens eine weitere Zinserhöhung um 0,25 Prozentpunkte in diesem Jahr hin. Dabei handelt es sich um Einschätzungen der einzelnen Fed-Mitglieder und nicht um eine verbindliche Festlegung für die kommenden Sitzungen.

Dollar und US-Anleiherenditen reagieren deutlich

An den internationalen Finanzmärkten rückte deshalb weniger die Zinserhöhung selbst als vielmehr der weitere Kurs der Fed in den Mittelpunkt. Der Zinsschritt war vor der Entscheidung bereits weitgehend erwartet worden.

Nach der Veröffentlichung zog der US-Dollar an. Am Donnerstag erreichte der Dollarindex laut Reuters zeitweise rund 100,3 Punkte und damit den höchsten Stand seit etwa sieben Wochen. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen stieg zeitweise bis auf 4,7153 Prozent.

Die Entwicklung zeigt, dass Investoren vor allem mit länger anhaltend hohen kurzfristigen Zinsen rechnen. Gleichzeitig stabilisierten sich die länger laufenden US-Anleiherenditen, nachdem sie zuvor deutlich gestiegen waren. Das nahm den Aktienmärkten am Donnerstagmorgen zunächst etwas Druck.

DAX-Future steigt am Donnerstagmorgen

Der deutsche Aktienmarkt hatte am Mittwoch noch vor der Fed-Entscheidung freundlich geschlossen. Der DAX beendete den Handel am 16. September 2026 bei 25.537,75 Punkten, ein Tagesplus von 0,53 Prozent.

Die erste Reaktion auf die tatsächliche Fed Zinserhöhung 2026 fiel im deutschen Frühhandel ebenfalls positiv aus. In einem Marktbericht von Dow Jones Newswires, veröffentlicht am Donnerstag um 5.59 Uhr, lag der nächstfällige DAX-Future bei 25.706 Punkten. Das waren 143 Punkte mehr als zuvor. Im bisherigen Frühhandel bewegte sich der Kontrakt zwischen 25.594 und 25.706 Punkten.

Damit zeichnete sich vor der Eröffnung des Xetra-Handels zunächst kein deutlicher Kursrückgang als unmittelbare Reaktion auf die höheren US-Zinsen ab. Auch die Futures auf die großen US-Indizes lagen am Donnerstagmorgen leicht im Plus.

Warum höhere US-Zinsen auch für den DAX wichtig sind

Die Geldpolitik der Federal Reserve wirkt weit über die USA hinaus. Steigende US-Zinsen können amerikanische Staatsanleihen für internationale Anleger attraktiver machen und Kapital aus Aktienmärkten abziehen. Gleichzeitig kann ein stärkerer Dollar die Währungsrelationen verändern und die Finanzierungskosten an den internationalen Kapitalmärkten beeinflussen.

Für deutsche Unternehmen kommt hinzu, dass viele DAX-Konzerne einen erheblichen Teil ihres Geschäfts in den USA und anderen internationalen Märkten erwirtschaften. Änderungen bei Zinsen, Dollar und Wachstumsaussichten können deshalb auch ihre Geschäftsperspektiven und Bewertungen beeinflussen.

Die unmittelbare Kursreaktion auf den Fed-Beschluss dürfte allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Die Aktienmärkte verarbeiten gleichzeitig Veränderungen bei Ölpreisen, Anleiherenditen, Konjunkturerwartungen und geopolitischen Risiken. Am Donnerstag stehen zudem weitere Notenbankentscheidungen sowie neue Konjunkturdaten im Fokus der internationalen Anleger.

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