
Die Fortune 500 Europe 2026 erreichen einen neuen Umsatzrekord: Die 500 größten europäischen Unternehmen der Rangliste kamen zusammen auf rund 15,5 Billionen Dollar. Das waren etwa vier Prozent mehr als im Vorjahr. An der Spitze bleibt Volkswagen. Zugleich verändert sich das Kräfteverhältnis zwischen den Ländern. Erstmals seit Einführung der europäischen Fortune-Liste stellt Großbritannien mehr Unternehmen als Deutschland.
Volkswagen führt die Rangliste im dritten Jahr in Folge an. Der Umsatz des Wolfsburger Konzerns lag laut Fortune bei rund 363,1 Milliarden Dollar und damit 3,4 Prozent über dem für die vorherige Liste erfassten Wert. Fortune weist für Volkswagen außerdem einen Gewinn von rund 8,3 Milliarden Dollar aus.
Die weiteren Plätze unter den ersten fünf werden von Shell, Glencore, BP und TotalEnergies belegt. Damit bleiben Energieunternehmen neben der Autoindustrie prägend für die Spitze der Rangliste. Insgesamt basiert die Liste auf den Umsätzen der jeweils jüngsten verfügbaren Geschäftsjahre der Unternehmen. Voraussetzung für die Aufnahme sind veröffentlichte Finanzdaten.
Eine der auffälligsten Veränderungen betrifft die Herkunft der Konzerne. Großbritannien kommt 2026 auf 76 Unternehmen in der Fortune 500 Europe, Deutschland auf 73. Damit verliert Deutschland erstmals seit dem Start der Rangliste die Spitzenposition bei der Zahl der vertretenen Firmen.
Zum Vergleich: In der Ausgabe 2024 waren noch 79 deutsche und 77 britische Unternehmen vertreten. In der Liste für 2025 lag Deutschland mit 77 Unternehmen ebenfalls noch knapp vor Großbritannien mit 76. Die jüngste Verschiebung entsteht damit vor allem durch die gesunkene Zahl deutscher Unternehmen in der Rangliste.
Großbritannien, Deutschland, Frankreich und die Schweiz stellen zusammen weiterhin mehr als die Hälfte der 500 Unternehmen. Auf diese vier Länder entfällt nach Fortune-Angaben zugleich mehr als die Hälfte der gesamten Gewinne der gelisteten Konzerne.
Der Rekordumsatz bedeutet nicht, dass sich die Ertragslage im gleichen Tempo verbessert hat. Die zusammengerechneten Gewinne stiegen nach einem Rückgang im Vorjahr um rund drei Prozent auf etwas mehr als eine Billion Dollar. Gleichzeitig sank die Gewinnmarge der Unternehmen auf 6,5 Prozent. 2024 hatte sie noch bei 7,1 Prozent gelegen.
Besonders stark vertreten ist der Finanzsektor. 105 Banken, Versicherer und andere Finanzunternehmen stehen auf der Liste. Gemeinsam stehen sie für 24 Prozent der erfassten Umsätze und 40 Prozent der Gewinne. Außerdem beschäftigen sie rund 14 Prozent der insgesamt 34,6 Millionen Mitarbeiter der Fortune-500-Europe-Unternehmen.
HSBC weist mit rund 22 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn eines einzelnen Unternehmens in der Rangliste aus. Insgesamt kamen 25 Unternehmen auf einen Jahresgewinn von mehr als zehn Milliarden Dollar.
Die Rangliste zeigt zugleich die starke Bedeutung traditionsreicher Unternehmen in Europa. Das durchschnittliche Alter der vertretenen Konzerne liegt laut Fortune bei 109 Jahren. Mehr als die Hälfte besteht bereits seit mindestens einem Jahrhundert.
Die Fortune 500 Europe werden 2026 zum vierten Mal veröffentlicht. Die Rangliste ordnet europäische Unternehmen nach Umsatz und unterscheidet sich damit von Rankings, die nach Börsenwert oder Gewinn sortieren. Der Spitzenplatz von Volkswagen sagt deshalb vor allem etwas über die Größe des Konzerns gemessen an seinen Erlösen aus und nicht über seine Bewertung am Kapitalmarkt oder seine Profitabilität.












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