Revolut greift in der Schweiz an und plant Millioneninvestition

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Der britische Finanzkonzern Revolut will sein Geschäft in der Schweiz deutlich ausbauen. Revolut beantragt Schweizer Banklizenz bei der Finanzmarktaufsicht FINMA und kündigt zugleich Investitionen von mehr als 150 Millionen Schweizer Franken an. Eine Bewilligung ist bislang nicht erteilt. Mit einer eigenen Schweizer Bank könnte das Unternehmen sein Angebot für Kunden vor Ort deutlich erweitern.

Revolut stellt Antrag bei Schweizer Finanzaufsicht

Der Antrag auf eine Banklizenz wurde nach Angaben des Unternehmens bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA eingereicht. Revolut will damit stärker auf einer eigenen regulatorischen Grundlage im Schweizer Markt arbeiten. Die FINMA prüft bei neuen Banken unter anderem Organisation, Kapitalausstattung und weitere aufsichtsrechtliche Voraussetzungen. Banken dürfen ihre entsprechende Geschäftstätigkeit erst nach einer Bewilligung aufnehmen.

Bislang besitzt Revolut in der Schweiz keine eigene Banklizenz. Schweizer Privatkunden werden derzeit je nach Vertragsverhältnis über Revolut Bank UAB oder Revolut Ltd. betreut. Die Revolut Bank UAB ist eine in Litauen lizenzierte Bank und wird von der litauischen Zentralbank sowie der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt.

Daneben verfügt der Konzern bereits über Schweizer Gesellschaften. Revolut Switzerland Payments AG ist nach Angaben des Unternehmens als Finanzintermediär registriert und Mitglied der von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation VQF. Eine Schweizer Banklizenz besitzt diese Gesellschaft ausdrücklich nicht.

Mehr als 150 Millionen Franken für die Schweiz

Parallel zum Lizenzantrag kündigte Revolut Investitionen von mehr als 150 Millionen Schweizer Franken für den Ausbau des Geschäfts an. Konkrete Angaben dazu, wie sich diese Summe auf Personal, Technik, Infrastruktur oder andere Bereiche verteilen soll, lagen zunächst nicht vor.

Revolut beziffert seine derzeitige Kundenzahl in der Schweiz auf rund 1,3 Millionen. Das Unternehmen will seine Stellung dort in den kommenden Jahren weiter ausbauen. Eine eigene Banklizenz könnte dafür eine wichtige Grundlage schaffen, weil Revolut zusätzliche Bankprodukte unmittelbar über seine Schweizer Struktur anbieten könnte.

Nach Angaben des Unternehmens könnten dazu unter anderem Gehaltskonten und weitere auf den Schweizer Markt zugeschnittene Bankdienstleistungen gehören. Schon heute können Schweizer Revolut-Kunden Schweizer Franken über Kontodaten mit CH-IBAN nutzen. Dafür arbeitet Revolut nach eigenen Angaben mit PostFinance zusammen, während die Guthaben nicht von PostFinance selbst gehalten werden.

Schweizer Banklizenz würde Einlagenschutz verändern

Eine Schweizer Bankbewilligung hätte auch regulatorische Folgen. Bei von der FINMA bewilligten Banken sind Einlagen im Insolvenzfall bis zu einem Höchstbetrag von 100.000 Schweizer Franken pro Kunde privilegiert. Für gesicherte Einlagen bei Schweizer Geschäftsstellen greift ergänzend das Schweizer Einlagensicherungssystem.

Derzeit gelten für Konten, die von der Revolut Bank UAB geführt werden, andere Strukturen. Revolut weist für diese Konten auf die litauische Einlagensicherung hin. Eine künftige Schweizer Bank wäre dagegen der Schweizer Bankenaufsicht und den dort geltenden Sicherungsregeln unterstellt.

Wann die FINMA über den Antrag entscheidet, war zunächst nicht bekannt. Ein eingereichter Antrag bedeutet noch keine Zulassung. Die Finanzaufsicht verlangt von Banken vor der Aufnahme ihrer Geschäftstätigkeit die Erfüllung verschiedener gesetzlicher und aufsichtsrechtlicher Anforderungen.

Revolut baut internationales Bankennetz aus

Die Schweizer Initiative ist Teil einer breiteren internationalen Expansion des Unternehmens. Revolut erhielt im August 2026 eine französische Banklizenz. Anfang September folgte in den USA eine bedingte vorläufige Genehmigung zur Gründung einer nationalen Bank. Am 15. September teilte das Unternehmen zudem mit, eine Banklizenz in Kolumbien erhalten zu haben.

Revolut gibt inzwischen mehr als 80 Millionen Privatkunden weltweit an. Nach dem Jahresbericht für 2025 lagen die Kundenguthaben bei 67,5 Milliarden US-Dollar. Der Konzern verfolgt das Ziel, seine Bankaktivitäten in deutlich mehr Ländern auf eigene Lizenzen zu stellen.

Für die Schweiz ist mit dem Antrag zunächst nur der erste regulatorische Schritt getan. Erst eine Bewilligung der FINMA würde Revolut ermöglichen, als eigenständige Schweizer Bank aufzutreten und die damit verbundenen Dienstleistungen unter Schweizer Bankenregulierung anzubieten.

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