
Der Kerosinmangel 2026 droht den Sommerflugverkehr in Europa empfindlich zu treffen. Seit der Iran-Krieg die Straße von Hormuz blockiert, warnen Luftfahrtverbände und internationale Energiebehörden vor einem akuten Engpass beim Flugbenzin – dem Treibstoff, ohne den kein Passagierflugzeug abhebt. Betroffen wären Millionen Urlauber in Deutschland und Europa. Flugausfälle ab Ende Mai gelten bei anhaltendem Lieferausfall als realistisches Szenario.
Die Straße von Hormuz ist die wichtigste Durchfahrtsroute für Erdöl und Raffinerieprodukte aus dem Nahen Osten. Historisch stammten rund 75 Prozent der europäischen Netto-Kerosinimporte aus dieser Region. Seit Beginn des Iran-Krieges sind nach Berichten aus der Luftfahrtbranche mehr als 80 Anlagen am Persischen Golf teils schwer beschädigt – der Nachschub für Europa ist massiv eingebrochen. Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt, dass die Kerosinvorräte in Teilen Europas bei anhaltender Blockade in etwa sechs Wochen zur Neige gehen könnten. Ersatzlieferungen aus den USA deckten bislang nur rund die Hälfte der fehlenden Mengen ab. Für die deutsche Wirtschaft ist der Energiepreisschock 2026 ohnehin schon eine erhebliche Belastung – der drohende Kerosin-Engpass verschärft die Lage weiter.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hat inzwischen staatliche Hilfe bei der Kerosinversorgung gefordert und ein Sieben-Punkte-Programm vorgelegt. Kernforderungen sind die Freigabe nationaler und europäischer Kerosinreserven sowie Ausnahmeregelungen bei den Fluggastrechten für den Krisenfall. BDL-Chef Joachim Lang machte deutlich, dass der weitere Verlauf der Versorgungslage entscheidend vom Fortgang des Iran-Krieges abhänge. Auch IATA-Generaldirektor Willie Walsh schlug Alarm: Er warnte, Flüge in Europa könnten ab Ende Mai ausgesetzt werden, wenn die Kerosinlieferungen weiter ausbleiben. Die zuständigen Behörden müssten klare und koordinierte Rationierungspläne entwickeln und kommunizieren. Urlauber, die in diesem Sommer einen Flug gebucht haben – etwa zum Flughafen Palma de Mallorca – sollten die Lage im Blick behalten und Alternativpläne erwägen.
Seit Kriegsbeginn haben sich die Kerosinpreise mehr als verdoppelt. Airlines, die ihre Kraftstoffkosten nicht oder nur teilweise über Hedging-Geschäfte gesichert haben, stehen vor massiven Mehrkosten. Viele Fluggesellschaften prüfen derzeit ihre Verbindungen und erstellen Krisenszenarien – konkrete Streichungen auf breiter Front haben bislang noch nicht stattgefunden. Für Verbraucher sind steigende Ticketpreise und mögliche Treibstoffzuschläge in den kommenden Wochen ein realistisches Szenario. Der Kerosin-Engpass belastet nicht nur den Luftverkehr, sondern wirft auch grundsätzliche Fragen zur Diversifizierung der europäischen Energieversorgung auf – ähnlich wie es bereits bei den Kraftstoffpreisen für Autofahrer 2026 diskutiert wird.
Die EU-Kommission gab sich zunächst verhalten: Sie sehe bislang keine Hinweise auf systemische Kraftstoffengpässe, die zu weitreichenden Flugausfällen führen würden – der Markt habe die angespannte Lage bislang bewältigt. Kritiker aus der Luftfahrtbranche halten diese Einschätzung angesichts der deutlichen IEA-Warnungen für zu optimistisch. Die Bundesregierung prüft die Freigabe strategischer Reserven. Reisende sollten vorsorglich ihre Buchungsoptionen und Stornorechte sichten. Wer noch nicht gebucht hat, sollte derzeit flexible Tarife mit kostenloser Umbuchung bevorzugen. Die Kerosinknappheit 2026 bleibt dynamisch – Entwicklungen in den Friedensverhandlungen zum Iran-Konflikt könnten die Lage schnell entspannen oder weiter zuspitzen.
Quellen: BDL (Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft), IATA, Internationale Energieagentur (IEA), Handelsblatt, t-online, ZDF heute
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