
In Wolfsburg ist am Sonntagmorgen ein erheblicher Teil einer Kindertagesstätte eingestürzt. Betroffen ist die evangelische Martin-Luther-Kita am Schachtweg in der Innenstadt. Anwohner hatten gegen 9 Uhr einen lauten Knall gehört und daraufhin Polizei und Feuerwehr alarmiert. Nach bisherigen Erkenntnissen wurde niemand verletzt. Die Einrichtung war am Sonntag geschlossen, Kinder und Beschäftigte hielten sich zum Zeitpunkt des Vorfalls nicht in der Kita auf.
Nach Angaben der Polizei ist rund die Hälfte des Gebäudes betroffen. Die Stadt Wolfsburg bestätigte am Sonntagvormittag den Teileinsturz und teilte mit, dass Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Polizei unmittelbar zum Schachtweg ausgerückt seien. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt.
Die Schäden an der Martin-Luther-Kita sind erheblich. Nach Angaben der Polizei betrifft der Einsturz ungefähr die Hälfte des Gebäudes. Ein Sprecher der Stadt Wolfsburg beschrieb gegenüber dem NDR einen Gebäudeteil als vollständig zerstört. Auch Fenster an umliegenden Wohnhäusern wurden demnach durch eine Druckwelle beschädigt.
Einsatzkräfte durchsuchten das Gelände vorsorglich mit Spürhunden, um auszuschließen, dass sich Menschen unter den Trümmern befinden. Verletzte wurden dabei nicht gefunden. Dass die Kita wegen des Wochenendes geschlossen war, verhinderte nach dem derzeitigen Stand, dass Kinder oder Beschäftigte von dem Einsturz betroffen waren.
Wolfsburgs Oberbürgermeister Dennis Weilmann kam am Sonntag ebenfalls zur Einsatzstelle und sprach nach Angaben der Stadt mit Einsatzkräften und der Leitung der Einrichtung. Träger der Kita ist der Evangelisch-lutherische Kirchenkreis Wolfsburg-Wittingen.
Was den massiven Schaden ausgelöst hat, war am Sonntagnachmittag noch nicht abschließend geklärt. Die Stadt erklärte zunächst, die Einsatzkräfte gingen von einem technischen Defekt aus. Die genaue Ursache sei noch unbekannt.
Als mögliche Ursache wird auch eine Gasexplosion untersucht. Ein Sprecher der Stadt erklärte gegenüber dem NDR, erste Hinweise könnten darauf hindeuten. In der Einrichtung wurde mit Gas gekocht. Eine abschließende Bestätigung, dass tatsächlich Gas die Ursache war, gab es zunächst nicht. Die Polizei bezeichnete einen technischen Defekt als wahrscheinlicher, hatte die Ermittlungen am Sonntag aber noch nicht abgeschlossen.
Gutachter sollen das beschädigte Gebäude nach Angaben des NDR am Montag genauer untersuchen. Erst danach dürfte sich genauer beurteilen lassen, wodurch der Einsturz verursacht wurde und in welchem Zustand die noch stehenden Gebäudeteile sind.
Ein regulärer Betrieb in der Martin-Luther-Kita ist bis auf Weiteres nicht möglich. Nach Angaben der pädagogischen Leitung der evangelischen Kindertagesstätten in Wolfsburg besuchen rund 90 Kinder die fünf Gruppen der Einrichtung. Die Familien wurden über eine Kita-App über die Situation informiert.
Die Kinder sollen vorübergehend auf andere evangelische Einrichtungen verteilt werden. Wann für sämtliche betroffenen Familien wieder eine reguläre Betreuung angeboten werden kann, war am Sonntag noch nicht abschließend festgelegt. Das Gelände am Schachtweg blieb zunächst abgesperrt.
Der Teileinsturz hat zudem Auswirkungen auf weitere Kindertagesstätten in Wolfsburg. In der Küche der Martin-Luther-Kita wurden bislang täglich etwa 500 Mahlzeiten für mehrere Einrichtungen zubereitet. Diese Aufgabe sollen zunächst zwei andere Küchen übernehmen.
Damit beschränken sich die Folgen des Kita-Einsturzes in Wolfsburg nicht auf das beschädigte Gebäude selbst. Neben der Unterbringung der fünf betroffenen Gruppen muss der evangelische Träger kurzfristig auch die Versorgung weiterer Einrichtungen neu organisieren. Wie es langfristig mit dem Gebäude am Schachtweg weitergeht, war am Sonntag noch offen.
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