
Bei einem schweren Verkehrsunfall in Aurich in Niedersachsen ist eine 20 Jahre alte Motorradfahrerin ums Leben gekommen. Eine zweite Motorradfahrerin im Alter von 32 Jahren erlitt schwere Verletzungen. An dem Unfall auf der Leerer Landstraße war zudem ein Auto beteiligt. Die Bundesstraße blieb anschließend für mehrere Stunden vollständig gesperrt.
Der Unfall ereignete sich am Samstagabend, 26. September 2026, im Auricher Ortsteil Schirum. Nach Angaben der Polizei kam es gegen 19 Uhr auf der Leerer Landstraße in Höhe der Einmündung Leegstruddenweg zu dem Zusammenstoß. Die Straße gehört dort zur Bundesstraße 72 und verbindet unter anderem den Raum Leer mit Aurich.
Nach den bisherigen Erkenntnissen der Polizei war die 20-Jährige mit ihrem Motorrad aus Richtung Leer in Richtung Aurich unterwegs. Vor ihr fuhr ein Auto, das von einer 18-Jährigen gesteuert wurde. Die Motorradfahrerin setzte nach Angaben der Polizei dazu an, den Wagen zu überholen.
Während dieses Überholvorgangs bemerkte sie demnach ein Motorrad im Gegenverkehr. Auf diesem war eine 32 Jahre alte Frau unterwegs. Die Polizei geht derzeit davon aus, dass die 20-Jährige daraufhin vermutlich versuchte, ihr Überholmanöver abzubrechen und wieder auf die rechte Fahrspur zurückzukehren. Dieser Teil des Ablaufs ist damit ausdrücklich noch eine vorläufige Rekonstruktion der Ermittler.
Beim Wiedereinscheren kam es laut Polizei zu einer seitlichen Kollision zwischen dem Motorrad der 20-Jährigen und dem Auto. Durch diesen Zusammenstoß geriet das Motorrad anschließend wieder auf die Gegenfahrbahn. Dort stießen die beiden Motorräder frontal zusammen.
Die 20-Jährige erlitt bei der Kollision schwerste Verletzungen. Sie starb noch an der Unfallstelle. Für sie kam jede medizinische Hilfe zu spät.
Auch die entgegenkommende Motorradfahrerin wurde schwer verletzt. Rettungskräfte versorgten die 32-Jährige zunächst vor Ort. Anschließend brachte ein Rettungshubschrauber sie in das Klinikum in Westerstede. Weitere Angaben zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand lagen zunächst nicht vor.
Die 18 Jahre alte Autofahrerin erlitt nach Angaben der Polizei einen Schock. Zu weiteren körperlichen Verletzungen bei ihr machte die Polizei in ihrer Mitteilung keine Angaben. An allen drei beteiligten Fahrzeugen entstand nach Behördenangaben hoher Sachschaden.
Neben Polizei und Rettungsdienst war auch die Feuerwehr Aurich mit Einsatzkräften vor Ort. Nach Angaben der Feuerwehr wurden die Einsatzkräfte gegen 18.45 Uhr nach Schirum gerufen. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle großräumig ab und unterstützte den Rettungsdienst.
Der schwere Unfall belastete auch Menschen, die das Geschehen unmittelbar miterlebt oder als Ersthelfer Unterstützung geleistet hatten. Für sie wurden psychosoziale Betreuungsangebote eingerichtet. Nach Angaben der Feuerwehr wurden insgesamt 14 Menschen zur weiteren Betreuung vom Unfallort zu einer Sammelstelle im Auricher Feuerwehrhaus gebracht. Dort waren unter anderem Seelsorger, Kräfte der psychosozialen Notfallversorgung und das Deutsche Rote Kreuz eingebunden.
Für die Unfallaufnahme musste die Einsatzstelle aufgrund der einsetzenden Dunkelheit ausgeleuchtet werden. Die Feuerwehr unterstützte nach eigenen Angaben außerdem die polizeiliche Dokumentation. Eine Drohnengruppe wurde eingesetzt, um Luftaufnahmen des Unfallbereichs anzufertigen.
Die Leerer Landstraße blieb während der Unfallaufnahme vollständig gesperrt. Die Polizei nennt eine Dauer von rund fünf Stunden. Auch die Feuerwehr gibt an, dass die B72 zwischen der Timmeler Straße und dem Exerzierplatzweg bis zum Abschluss der Dokumentations- und Bergungsarbeiten nicht befahrbar war.
Damit war eine wichtige Verkehrsverbindung im Raum Aurich am Samstagabend für mehrere Stunden unterbrochen. Nach Abschluss der Arbeiten konnte die Straße wieder freigegeben werden.
Die Polizei hat mit ihrer Mitteilung einen vorläufigen Ablauf des Unfalls beschrieben. Insbesondere der Versuch der 20-Jährigen, das Überholmanöver abzubrechen, wird von den Ermittlern bislang als wahrscheinlich dargestellt und nicht als abschließend geklärter Ablauf.
Weitere Angaben dazu, ob zusätzliche Untersuchungen oder ein Gutachten zur genauen Rekonstruktion des Zusammenstoßes veranlasst wurden, machte die Polizei zunächst nicht. Auch zu möglichen weiteren Erkenntnissen aus Zeugenaussagen oder der technischen Untersuchung der Fahrzeuge gab es zunächst keine gesicherten Angaben.






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