
Ein schwerer Lkw-Unfall hat am Montagmorgen, 28. September 2026, den Verkehr auf der A93 im Landkreis Rosenheim erheblich beeinträchtigt. Die Autobahn musste in Fahrtrichtung Kiefersfelden nach dem Unfall kurz hinter der Anschlussstelle Reischenhart vollständig gesperrt werden. Gleichzeitig lief an der Grenze zu Tirol eine planmäßige Lkw-Blockabfertigung. Dadurch trafen zwei erhebliche Verkehrsbehinderungen aufeinander. Auf der Autobahn und den Ausweichstrecken im Inntal entstanden lange Rückstaus.
Der Unfall ereignete sich nach Angaben der Verkehrspolizei Rosenheim gegen 7 Uhr auf der A93 in Fahrtrichtung Österreich. Zunächst bestätigte die Polizei einen Zusammenstoß von zwei Lastwagen kurz nach der Anschlussstelle Reischenhart. Die Fahrbahn Richtung Kiefersfelden wurde daraufhin komplett gesperrt.
Im weiteren Verlauf wurden vor Ort drei beteiligte Sattelzüge festgestellt. Nach den bis zum späten Vormittag vorliegenden Angaben handelte es sich um einen Auffahrunfall im Bereich des Rückstaus der Blockabfertigung. Einer der Lastwagen war auf einen vorausfahrenden Sattelzug aufgefahren. Dieser wurde wiederum gegen einen weiteren Lastwagen geschoben. Die genaue Ursache des Unfalls war zunächst nicht abschließend geklärt.
Mindestens ein Fahrer musste von Einsatzkräften aus seinem Führerhaus befreit werden. Ein Rettungshubschrauber landete an der Unfallstelle. Rosenheim24 berichtete am Vormittag unter Berufung auf Informationen vom Einsatzort, der Fahrer sei schwer verletzt worden und anschließend in ein Krankenhaus gebracht worden. Eine detaillierte offizielle Polizeimitteilung zur endgültigen Zahl der Verletzten und zur Schwere ihrer Verletzungen lag zunächst nicht vor.
Für die Rettungsarbeiten, die Unfallaufnahme und die Bergung der Lastwagen musste die A93 zwischen Reischenhart und Brannenburg in Richtung Kiefersfelden vollständig gesperrt werden. Verkehrsmeldungen sahen die Sperrung zunächst bis etwa 11 Uhr vor. Eine Umleitung wurde eingerichtet.
Die Sperrung hatte erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr im gesamten südlichen Landkreis Rosenheim. Bereits am Morgen staute sich der Verkehr von der Unfallstelle in Richtung Inntal-Dreieck zurück. Gegen 9.30 Uhr wurden auf einzelnen Verkehrsdiensten rund fünf Kilometer Stau und Wartezeiten von deutlich mehr als einer Stunde gemeldet. Auch die Straßen abseits der Autobahn waren stark belastet. Besonders im Raum Raubling und Brannenburg kam es durch den Ausweichverkehr zu erheblichen Behinderungen.
Die Verkehrssituation verschärfte sich zusätzlich dadurch, dass die Autobahn unmittelbar vor dem Unfall bereits durch den Lkw-Rückstau der Tiroler Blockabfertigung belastet war.
Der 28. September war im Tiroler Dosierkalender ausdrücklich als Termin für eine Lkw-Blockabfertigung vorgesehen. Die österreichischen Behörden begannen nach Angaben der Verkehrspolizei Rosenheim gegen 5 Uhr an der A12 bei Kufstein-Nord mit der Dosierung des Schwerverkehrs. Die Maßnahme wurde gegen 9 Uhr beendet.
Bei der Blockabfertigung dürfen Lastwagen nicht uneingeschränkt von Bayern nach Tirol weiterfahren. An der Dosierstelle bei Kufstein-Nord werden nach Angaben des ADAC höchstens 250 Lastwagen pro Stunde durchgelassen. Wird diese Zahl erreicht, müssen weitere Lkw warten. Dadurch bilden sich regelmäßig Rückstaus auf der A93 und teilweise bis auf die A8 zurück. Betroffen sind Lastwagen mit mehr als 7,5 Tonnen.
Am Montag hatte sich der Rückstau der eigentlichen Blockabfertigung nach deren Ende gegen 9 Uhr nach Angaben der Verkehrspolizei vergleichsweise schnell aufgelöst. Die Entspannung half den Verkehrsteilnehmern südlich der Unfallstelle jedoch nur begrenzt. Nördlich von Reischenhart blieb die Lage wegen der gesperrten A93 und der dadurch ausgelösten Ausweichverkehre angespannt.
Die A93 verbindet das Inntal-Dreieck an der A8 mit dem Grenzübergang Kiefersfelden und der österreichischen A12. Sie gehört zu den wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen über die Alpen. Ein großer Teil des internationalen Straßengüterverkehrs Richtung Innsbruck und Brenner nutzt diese Strecke.
Die Tiroler Blockabfertigung soll verhindern, dass zu viele Lastwagen gleichzeitig auf die österreichische Inntalautobahn gelangen. Für den Verkehr auf deutscher Seite bedeutet das regelmäßig kilometerlange Rückstaus. Der ADAC weist darauf hin, dass diese bei starker Belastung bis auf die A8 zurückreichen können. Auch für den 28. September war die Maßnahme bereits im Voraus angekündigt worden.
Hinzu kommen Durchfahrtsbeschränkungen für Transitverkehr auf Nebenstrecken entlang der A8 und A93. Sie sollen verhindern, dass Lastwagen während einer Blockabfertigung durch Ortschaften ausweichen. Damit konzentriert sich ein großer Teil des Schwerverkehrs weiterhin auf den Autobahnen.
Der Unfall am Montagmorgen traf deshalb auf eine Verkehrslage, die bereits vor dem Zusammenstoß angespannt war. Nach der Bergung der beteiligten Fahrzeuge und der Freigabe der Fahrbahn dürfte sich der Rückstau nur schrittweise abbauen. Zur endgültigen Unfallursache sowie zu einer abschließenden Bilanz der Verletzten gab es am späten Montagvormittag zunächst keine weitergehenden gesicherten Angaben.






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