Telekom-Aktie rutscht am Verfallstag deutlich ab

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Deutsche Telekom Aktie ist am Freitag, 18. September 2026, deutlich unter Druck geraten. Zum Xetra-Handelsschluss stand das Papier bei 27,11 Euro und damit 4,20 Prozent unter dem Schlusskurs des Vortages. Damit gehörte die Telekom zu den schwächsten Werten im DAX. Der Kursrückgang war allerdings Teil einer breiteren Verkaufswelle bei europäischen Telekomaktien und fiel zugleich auf einen schwachen Börsentag mit erhöhten Umsätzen und dem großen Verfall von Futures und Optionen.

Telekomsektor gerät europaweit unter Druck

Als wichtiger Auslöser für die Schwäche der Branche wurde am Freitag eine Analystenentscheidung zu Orange genannt. Morgan Stanley stufte die Aktie des französischen Telekomkonzerns auf Underweight ab. Als Gründe nannte das Institut unter anderem politische Unsicherheiten in Frankreich, zunehmenden Wettbewerb in Spanien und eine steigende Verschuldung bei Orange. Die Orange-Aktie verlor am Freitag 5,8 Prozent.

Der Druck erfasste anschließend die Branche insgesamt. Der europäische Telekomsektor verlor rund 3,3 Prozent. Neben Orange gerieten unter anderem Vodafone, BT Group und die Deutsche Telekom unter Druck. Telekomaktien gehörten damit gemeinsam mit Autowerten zu den wesentlichen Belastungsfaktoren für den europäischen Aktienmarkt.

Ein neuer negativer Unternehmensanlass bei der Deutschen Telekom war am Freitag dagegen nicht erkennbar. Der Konzern veröffentlichte keine neue kursrelevante Mitteilung, die den Kursrückgang unmittelbar erklären würde. Als nächste größere Termine stehen ein AI Investor Day am 5. Oktober und die Veröffentlichung der Zahlen für das dritte Quartal am 5. November im Kalender.

Steigende Renditen belasten Aktienmarkt

Zusätzlicher Gegenwind kam vom Zinsumfeld. An den internationalen Anleihemärkten waren die Renditen zuletzt wieder gestiegen. In den USA näherte sich die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen der Marke von fünf Prozent. Zuvor hatte die US-Notenbank ihren Leitzins erstmals seit drei Jahren angehoben. Höhere Marktzinsen können Aktien unter Druck setzen, weil Anleihen gegenüber Aktien attraktiver werden und sich zugleich die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen können.

Hinzu kamen die Unsicherheit rund um die Lage im Nahen Osten und die weiterhin hohen Ölpreise. In Deutschland sorgten zudem stärker als erwartet gestiegene Erzeugerpreise für neue Diskussionen über den Inflationsdruck. Damit traf die Schwäche der Telekombranche auf ein insgesamt schwieriges Marktumfeld.

Deutsche Telekom Aktie verliert auf Wochensicht mehr als fünf Prozent

Der Freitag verschärfte die zuvor bereits schwache Wochenbilanz. Am 11. September hatte die Telekom-Aktie den Xetra-Handel noch bei 28,59 Euro beendet. Am Montag folgte zunächst ein Anstieg auf 28,93 Euro. Danach gab der Kurs jedoch mehrere Handelstage in Folge nach. Am Donnerstag schloss die Aktie bei 28,30 Euro, bevor sie am Freitag auf 27,11 Euro fiel.

Auf Fünf-Tage-Sicht ergibt sich damit ein Minus von rund 5,2 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie mit dem Schlusskurs vom Freitag knapp zwei Prozent im Minus.

Dabei verlief das Börsenjahr bislang ausgesprochen schwankungsreich. Am 27. Februar erreichte die Aktie auf Xetra bei 34,36 Euro ihr bisheriges 52-Wochen-Hoch. Ende Juni fiel sie zwischenzeitlich bis auf rund 23,53 Euro. Der Freitagskurs von 27,11 Euro lag damit rund 21 Prozent unter dem Hoch vom Februar, zugleich aber noch deutlich über dem Tief vom Juni.

DAX verliert am großen Verfallstag 1,6 Prozent

Auch der Gesamtmarkt konnte sich der Verkaufswelle nicht entziehen. Der DAX schloss am Freitag bei 25.304,06 Punkten. Das entsprach einem Tagesverlust von 1,60 Prozent. Auf Wochensicht gab der deutsche Leitindex um 1,03 Prozent nach.

Für zusätzliche Bewegung sorgte der große Verfallstag. An solchen Terminen laufen zahlreiche Futures und Optionen auf Aktien und Indizes aus. Große Marktteilnehmer passen ihre Positionen an oder schließen sie, wodurch Handelsvolumen und Kursschwankungen zeitweise deutlich steigen können. Der Verfallstag allein erklärt den Kursrückgang einzelner Aktien allerdings nicht.

Besonders schwach waren neben Telekomwerten auch Autowerte. Volkswagen verlor nach einer gesenkten Prognose deutlich. Gegen den allgemeinen Trend legten dagegen einzelne Halbleiterwerte zu. Infineon schloss 2,68 Prozent im Plus.

Für die Deutsche Telekom bedeutete der Freitag damit vor allem eine Kombination aus einem europaweiten Ausverkauf bei Telekomaktien, einem ungünstigen Zinsumfeld und einem insgesamt schwachen Börsentag. Ein neuer negativer operativer Auslöser des Bonner Konzerns war zunächst nicht bekannt.

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