
Die SAP-Aktie hat sich seit ihrem Tief im Juli deutlich erholt, bleibt 2026 aber unter dem Niveau vom Jahresanfang. Zum Xetra-Handelsschluss am Freitag, 18. September 2026, stand das Papier bei 183,12 Euro. Das waren 2,60 Prozent weniger als am Vortag. Die Privatbank Berenberg hält ungeachtet der starken Aufholbewegung an ihrer Einstufung Buy und einem Kursziel von 205 Euro fest. Das Kursziel ist eine Einschätzung des Analysehauses und keine Prognose, die zwangsläufig eintreten muss.
Die Berenberg-Studie wurde am 17. September erstellt und am Freitag verbreitet. Analyst Nay Soe Naing bestätigte die Einstufung Buy und das Kursziel von 205 Euro. Zum Zeitpunkt der Analyse wurde als Referenzkurs ein Wert von rund 186,50 Euro ausgewiesen. Damit lag die Aktie gut 46 Prozent über ihrem Intraday-Tief von 127,50 Euro vom 23. Juli. Beim Xetra-Schlusskurs vom Freitag von 183,12 Euro reduziert sich dieser Abstand auf rund 43,6 Prozent.
Berenberg begründet die weiterhin positive Einschätzung unter anderem mit einer aus Sicht des Hauses verbesserten Stimmung in der Software- und IT-Branche. Die Berichtssaison nach dem zweiten Quartal habe nach Einschätzung des Analysten bislang kaum Hinweise darauf geliefert, dass Unternehmen ihre klassischen Softwareausgaben wegen der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz deutlich zurückfahren. Für die kommende Berichtssaison erwartet Berenberg robuste Ergebnisse und Signale für die Geschäftsentwicklung 2027. Das bleibt eine Analysteneinschätzung und ist keine Unternehmensprognose von SAP.
Der Kursverlauf zeigt, wie stark sich die Bewertung des größten deutschen Softwarekonzerns in diesem Jahr verändert hat. SAP startete 2026 auf Xetra auf einem deutlich höheren Niveau. Für Januar wird ein erster Schlusskurs von 208,90 Euro und ein Monatshoch auf Schlusskursbasis von 213,45 Euro ausgewiesen. Bereits Ende Januar stand das Papier nur noch bei rund 170 Euro. Im März folgte ein weiterer Rückgang, im Juni fiel die Aktie zeitweise in den Bereich um 130 Euro.
Am 23. Juli erreichte SAP im Xetra-Handel ein Tagestief von 127,50 Euro und schloss bei 128,32 Euro. Danach setzte eine kräftige Gegenbewegung ein. Am 24. Juli ging es auf 140,20 Euro, Ende Juli bereits auf knapp 158 Euro. Ende August erreichte die Aktie wieder Schlusskurse von mehr als 190 Euro. Am 28. August lag der Xetra-Schlusskurs bei 191,32 Euro, am 31. August bei 190,90 Euro.
Trotz der Erholung liegt die SAP-Aktie damit weiterhin deutlich unter dem Niveau zu Jahresbeginn. Auch das 52-Wochen-Hoch von 240,22 Euro, das noch aus dem Jahr 2025 stammt, ist nicht mit dem bisherigen Jahreshoch 2026 gleichzusetzen.
Ein wichtiger Impuls für die Erholung kam unmittelbar nach den Zahlen zum zweiten Quartal. SAP meldete am 23. Juli einen Current Cloud Backlog von 22,9 Milliarden Euro. Der für die kommenden zwölf Monate erwartete, vertraglich abgesicherte Cloud-Umsatz lag damit währungsbereinigt 26 Prozent über dem Vorjahr. Die Cloud-Erlöse stiegen währungsbereinigt um 24 Prozent, die Erlöse der Cloud ERP Suite um 27 Prozent. Der Gesamtumsatz legte währungsbereinigt um 11 Prozent zu.
Am folgenden Handelstag gewann die Aktie kräftig. Der überraschend robuste Cloud-Auftragsbestand wurde am Markt als wichtiger Faktor für die Kursreaktion genannt. Gleichzeitig senkte SAP seine Prognose für das Non-IFRS-Betriebsergebnis 2026 leicht auf 11,8 bis 12,2 Milliarden Euro. Als Grund nannte das Unternehmen die Auswirkungen der Übernahmen von Dremio und Prior Labs. Die Prognose für die Cloud-Erlöse blieb bei 25,8 bis 26,2 Milliarden Euro.
Die Erholung ist damit nicht allein auf allgemein bessere Börsenstimmung zurückzuführen. Belastbare Unternehmenszahlen zum Cloudgeschäft spielten eine wesentliche Rolle. Zugleich bleibt die Frage, wie schnell SAP seine Investitionen in künstliche Intelligenz in zusätzliche Erlöse umsetzen kann, ein zentrales Thema für Analysten.
Die jüngsten Studien zeigen ein breites Spektrum. UBS bestätigte am 8. September die Einstufung Neutral mit einem Kursziel von 201 Euro. Analyst Michael Briest sah zwar Fortschritte bei der Integration von KI-Assistenten, nach seiner Einschätzung sei aber weiterhin erhebliche Arbeit notwendig. Bereits Ende August hatte UBS SAP von Buy auf Neutral abgestuft und gleichzeitig das Kursziel von 164 auf 201 Euro angehoben. Die Bank verwies dabei unter anderem auf Risiken einer langsameren Entwicklung beim Current Cloud Backlog im zweiten Halbjahr.
Jefferies führt SAP mit Buy und einem Kursziel von 210 Euro. Goldman Sachs hatte Ende Juli ein Kursziel von 215 Euro bei Buy genannt. Deutsche Bank Research lag bei 200 Euro und Buy. Deutlich vorsichtiger zeigte sich JPMorgan mit Neutral und 175 Euro. Die DZ Bank hatte nach den Quartalszahlen einen fairen Wert von 120 Euro und Verkaufen genannt. Damit unterscheiden sich die Einschätzungen sowohl bei der erwarteten Kursentwicklung als auch bei der Bewertung der Chancen und Risiken durch Cloud und künstliche Intelligenz erheblich.
Für Anleger und Analysten richtet sich der Blick nun auf die Zahlen zum dritten Quartal. SAP will die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026 am Mittwoch, 21. Oktober, um 22.05 Uhr mitteleuropäischer Zeit veröffentlichen. Die Telefonkonferenz mit Analysten und Investoren ist für 23 Uhr vorgesehen.
Im Mittelpunkt dürften erneut das Wachstum des Current Cloud Backlog, die Cloud-Erlöse, die Margenentwicklung und die Fortschritte bei den KI-Angeboten stehen. Gerade beim Thema künstliche Intelligenz gehen die Bewertungen der Analysehäuser derzeit auseinander: Berenberg sieht keine deutlichen Anzeichen für eine Verdrängung klassischer Softwarebudgets, während UBS und JPMorgan stärker auf Risiken bei Monetarisierung, Investitionsbedarf und Cloud-Wachstum verweisen.
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