Volksbank BRAWO wird nach 608-Millionen-Euro-Minus gestützt

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Volksbank BRAWO muss nach massiven Wertberichtigungen umfassend gestützt werden. Ohne Gegenmaßnahmen hätte die Genossenschaftsbank für 2025 ein vorläufiges Ergebnis von minus 608,1 Millionen Euro ausgewiesen. Die Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, kurz BVR, stellt Garantien bereit und stärkt zusätzlich das Eigenkapital des Instituts. Insgesamt geht es um Unterstützung von bis zu 720 Millionen Euro.

Immobilien verursachen größten Teil der Belastungen

Hinter dem hohen Minus stehen vor allem Neubewertungen von Krediten, Wertpapieren, Beteiligungen und Immobilien. Nach Angaben der Volksbank entfallen 96 Prozent der Wertberichtigungen auf Geschäftsfelder außerhalb des klassischen Bankgeschäfts. Rund vier Fünftel des Wertberichtigungsbedarfs stammen allein aus dem Bereich Real Estate.

Die Bank hatte ihr Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren deutlich über das traditionelle Einlagen- und Kreditgeschäft hinaus erweitert. Dazu gehören Immobilien, Unternehmensbeteiligungen und Projekte im Bereich erneuerbare Energien. Gerade diese Geschäftsfelder sollen nun erheblich verkleinert und neu strukturiert werden.

Das klassische Bankgeschäft entwickelte sich dagegen vergleichsweise stabil. Das Geschäftsvolumen stieg 2025 um 4,5 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme legte um etwa 0,8 Prozent auf 6,47 Milliarden Euro zu. Gleichzeitig sank der Zinsüberschuss von 120,7 auf 94,7 Millionen Euro.

Garantien über 473 Millionen Euro

Um die Belastungen auszugleichen, löste die Volksbank zunächst Reserven aus ihrem Fonds für allgemeine Bankrisiken in Höhe von 136 Millionen Euro teilweise auf. Zusätzlich greift die Sicherungseinrichtung des BVR ein. Die Bank bestätigt Garantien zur Abschirmung bestehender Risiken sowie die Zeichnung von Geschäftsguthaben, mit denen das Eigenkapital während der Restrukturierung gestärkt werden soll.

Bei der Vorstellung der Geschäftszahlen wurden Garantien im Umfang von 473 Millionen Euro genannt. Zusätzlich sollen Geschäftsguthaben beziehungsweise Anteile von bis zu 250 Millionen Euro gezeichnet werden. Insgesamt kann sich die Unterstützung damit auf bis zu 720 Millionen Euro belaufen. Die endgültige Größenordnung stand zunächst noch nicht fest.

Gerade die zusätzliche Eigenkapitalstärkung macht die Stützung bemerkenswert. Üblicherweise versucht die genossenschaftliche Sicherungseinrichtung angeschlagene Mitgliedsbanken durch Garantien und weitere Sanierungsmaßnahmen so zu stabilisieren, dass diese ihre Verpflichtungen weiterhin erfüllen können. Der BVR beschreibt den Institutsschutz als Instrument, das einer Insolvenz und damit einer späteren Entschädigung von Einlegern vorbeugen soll.

Volksbank BRAWO soll deutlich einfacher werden

Der Vorstand kündigte eine grundlegende Neuausrichtung an. Künftig soll sich die Bank wieder stärker auf das klassische Bankgeschäft und ihre Region konzentrieren. Immobilienbestände, Beteiligungen und weitere Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts sollen schrittweise reduziert werden.

Dabei geht es nicht allein um Vermögenswerte. Auch die Kostenstruktur soll angepasst werden. Die sonstigen Verwaltungsaufwendungen stiegen 2025 von 56,5 auf 62,4 Millionen Euro. Der Personalaufwand erhöhte sich von 54,6 auf 56,9 Millionen Euro. Zu den Belastungen zählte die Bank unter anderem höhere Prüfungs- und IT-Kosten sowie Marketing- und Sponsoringausgaben.

Die Restrukturierung dürfte mehrere Jahre dauern. Im Immobilienbereich sollen nach Angaben bei der Bilanzvorstellung unter anderem Objekte veräußert werden. Bereits begonnene Bauprojekte sollen dagegen fertiggestellt werden.

Sicherungssystem soll Insolvenz von Mitgliedsbanken verhindern

Die Stützung der Volksbank BRAWO erfolgt innerhalb des genossenschaftlichen Sicherungssystems. Dafür unterhält der BVR einen Garantiefonds. Zusätzlich können die angeschlossenen Institute über Garantieverpflichtungen weitere Mittel bereitstellen. Ziel ist es, wirtschaftlich angeschlagene Mitgliedsbanken zu sanieren und ihre Zahlungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Die Volksbank BRAWO erklärte nach der Vorlage der Zahlen, sie sei operativ vollständig handlungsfähig. Auch auf ihrer Internetseite betont das Institut, die Bank sei weiterhin voll handlungsfähig.

Für 2026 zeichnet sich dennoch ein schwieriger Umbau ab. In den ersten sechs Monaten sank die Kreditnachfrage nach Angaben der Bank um 1,45 Prozent, auch das Anlagevolumen ging zurück. Das Betriebsergebnis vor Bewertung war zum Halbjahr leicht positiv. Wie sich weitere Neubewertungen und Verkäufe auf das Gesamtjahr auswirken, war zunächst nicht bezifferbar.

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