DGB Bundeskongress 2026 in Berlin: Fahimi fordert Tarifbindung und warnt Merz

Kuba Embargo Trump Demo Havanna 2026
Papst Leo XIV. fordert weltweite Abschaffung der Todesstrafe

Teilen:

Der 23. Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hat am Sonntag, dem 10. Mai 2026, in Berlin eröffnet. Bis zum 13. Mai beraten rund 400 Delegierte aus den acht DGB-Mitgliedsgewerkschaften über die gewerkschaftspolitischen Leitlinien für die kommenden vier Jahre. Das Motto des Kongresses lautet: „Stärker mit uns: Gute Arbeit, starke Wirtschaft, soziale Sicherheit“ – ein Bekenntnis zu Tarifbindung, Mitbestimmung und sozialem Schutz in einer Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit.

DGB-Chefin Yasmin Fahimi eröffnete den Kongress mit einer kämpferischen Grundsatzrede und stellte sich zugleich zur Wiederwahl als Vorsitzende des Gewerkschaftsbunds. Fahimi richtete klare Worte an die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz: „Wer Reformen mit sozialer Härte verwechselt, der wird in uns keinen Partner finden.“ Sie warnte explizit davor, den Achtstundentag infrage zu stellen oder soziale Sicherungssysteme auszuhöhlen.

DGB Bundeskongress 2026: Fahimis Forderungen an die Bundesregierung

Im Mittelpunkt der Eröffnung standen die zentralen Forderungen des DGB an die schwarz-rote Koalition. Fahimi forderte einen entschlosseneren Kurs bei der Tarifbindung: „Wir wollen mehr Tarifbindung. Mehr Mitbestimmung. Und mehr Investitionen in die Zukunft.“ Deutschland brauche eine Wirtschaftspolitik, die auf Innovation und Produktivität setze – nicht auf Lohndruck und Deregulierung.

Konkret forderte der DGB nachhaltiges Wachstum sowie einen stärkeren Schutz des europäischen Binnenmarkts gegen unfaire Handelspraktiken und Subventionswettläufe. Auch das Thema Entlastung der Arbeitnehmer steht auf der Agenda: Angesichts gestiegener Energiekosten und der Belastungen durch den Iran-Krieg hatte der DGB zuvor von Regierung und Unternehmen ein konkretes Entlastungspaket 2026 gefordert. Die aktuelle Diskussion um die Beamtenbesoldung zeigt, wie breit der Verteilungskonflikt zwischen Staat und Arbeitnehmerinteressen mittlerweile geworden ist.

Fahimi verwies auf gewerkschaftliche Erfolge der vergangenen Jahre: die Strom- und Gaspreisbremsen 2022/23, das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität, die Stabilisierung des Rentenniveaus, die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns sowie das Bundestariftreuegesetz. Diese Errungenschaften gelte es zu verteidigen und auszubauen.

Merz und Klingbeil als Gäste beim DGB-Kongress

Bundeskanzler Friedrich Merz wird am Dienstag, dem 12. Mai 2026, als Gast auf dem DGB-Kongress sprechen. Es wird mit einer direkten Konfrontation zwischen dem Kanzler und den Gewerkschaftsforderungen gerechnet – Merz steht für einen wirtschaftsliberaleren Kurs, während der DGB auf sozialen Ausgleich besteht. SPD-Vorsitzender und Finanzminister Lars Klingbeil sprach bereits am Montagabend zu den Delegierten, ebenso wie Arbeits- und Sozialministerin Bärbel Bas.

Im Vorfeld des Kongresses hatte die Gewerkschaft Verdi der SPD einen Warnschuss gegeben: Sie warnte die Partei davor, mit einem sozialabbauenden Kurs in die „Selbstzerstörung“ zu gehen. Der Druck auf die Koalitionspartner ist damit deutlich: Die Gewerkschaften beobachten kritisch, ob die SPD in der Regierung Merz ihre Kernklientel – Arbeitnehmer und sozial Schwache – ausreichend schützt.

Die Debatte um Gewerkschaftsrechte und Arbeitnehmerinteressen ist dabei keine rein innenpolitische: Auch die Diskussionen um den Widerstand gegen die Elterngeld-Reform 2027 zeigen, wie breit das gewerkschaftliche Engagement mittlerweile in die Familienpolitik hineinreicht. Der DGB sieht sich als Interessenvertreter weit über den klassischen Arbeitsmarkt hinaus.

Yasmin Fahimi: Wiederwahl und Zukunft des DGB

Die Wiederwahl von Yasmin Fahimi als DGB-Vorsitzende gilt als Formsache – sie wird von der großen Mehrheit der Delegierten unterstützt. Fahimi steht für einen aktivistischen Kurs des DGB: Sie hat den Gewerkschaftsbund seit ihrem Amtsantritt 2022 deutlich politischer aufgestellt und sucht die öffentliche Auseinandersetzung mit der Bundesregierung.

Für die kommenden vier Jahre hat sie eine klare Agenda definiert: mehr Tarifverträge, stärkere Mitbestimmungsrechte in Unternehmen, Schutz von Rente und Gesundheitsversorgung sowie mehr öffentliche Investitionen. Die Frage, wie sich Gewerkschaften im digitalen Wandel und angesichts zunehmender Automatisierung neu aufstellen, wird den DGB-Kongress ebenfalls beschäftigen. Auch das Thema Insolvenzen und Stellenabbau – wie zuletzt beim Commerzbank-Stellenabbau – zeigt, dass Gewerkschaften als Schutzschirm für Arbeitnehmer gefragter denn je sind.

Der DGB-Bundeskongress tagt alle vier Jahre und ist das höchste Beschlussgremium des Gewerkschaftsbunds. Die beim Kongress verabschiedeten Beschlüsse legen die politischen Prioritäten des DGB für die nächste Legislaturperiode fest. Die Ergebnisse des Kongresses dürften auch die Tarifverhandlungen der kommenden Jahre beeinflussen.

Quellen: DGB (dgb.de), ZDF heute, Finanznachrichten.de, Berliner Zeitung, Sozialismus.info, Junge Welt

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu