
Münster. Unter dem Hansaring in Münster beginnt ab Februar 2026 eine der größten innerstädtischen Baustellen der kommenden Jahre. Mit dem Start eines neuen Bauabschnitts für die Fernwärme rückt eine der wichtigsten Verkehrsachsen Münsters in den Fokus umfangreicher Arbeiten. Tiefbau in mehreren Metern unter der Straße, langfristige Einschränkungen und veränderte Verkehrsführungen werden den Alltag rund um den Ring über einen langen Zeitraum prägen. Grund für die Einschränkungen ist ein technischer Lückenschluss im Fernwärmenetz, der die Erzeugungsanlage am Hafen mit bestehenden Leitungen an der Bremer Straße verbindet.
Kern des Projekts ist der Austausch alter Leitungen unter der Soester Straße sowie deren Anbindung an die neu verlegten Trassen. Teile der bisherigen Infrastruktur stammen noch aus den 1970er-Jahren und gelten als verschlissen. Am Knoten Hansaring/Soester Straße werden neue Leitungen an das bestehende Netz angeschlossen, um die Versorgung langfristig zu sichern.
Da unter dem Hansaring zahlreiche Leitungen für Strom, Gas, Wasser und Telekommunikation verlaufen, setzen die Stadtwerke auf ein unterirdisches Bauverfahren. Eine Tunnelbohrmaschine schiebt Rohre mit rund einem Meter Außendurchmesser von einer Startgrube am Hansaring/Soester Straße bis zu einer Zielgrube an der Bremer Straße. So bleibt die Oberfläche weitgehend intakt, obwohl tief gebaut wird.
Die Bauphase bringt weitreichende Änderungen für den Verkehr:
Der Abschnitt Hansaring zwischen Soester Straße und Bremer Straße wird zur Einbahnstraße.
Die Soester Straße ist zwischen Hafenweg und Hansaring nur noch zu Fuß passierbar; Radverkehr ist dort nicht mehr möglich.
Auch die Dortmunder Straße wird im betroffenen Bereich zur Einbahnstraße, eine Durchfahrt vom Hansaring Richtung Hafen entfällt.
Die Verkehrsführung wurde laut Planung so gewählt, dass Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr den Hauptbahnhof weiterhin zuverlässig erreichen können. Zusätzlich werden an einzelnen Gebäuden Gerüste als zweiter Fluchtweg errichtet, weil Drehleitern zeitweise keinen Zugang haben.
Der Bau ist auf rund zwei Jahre angesetzt. Startet er wie vorgesehen im Februar 2026, rechnen die Verantwortlichen mit einem Abschluss im dritten oder vierten Quartal 2027. Vor Beginn laufen bereits Sondierungen durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst, da die Arbeiten in größere Tiefen reichen.
Im Zuge der Vorbereitungen wurde eine Linde gefällt. Nach Angaben der Projektverantwortlichen habe es dafür keine Alternative gegeben. Die Entscheidung sei auch der Initiative „Platanenpower“ erläutert worden. Diskussionen über Baumfällungen und Ersatzpflanzungen sind am Hansaring nicht neu und begleiten die Fernwärme-Baustellen seit Jahren.
Der aktuelle Bauabschnitt ist kein Einzelvorhaben. Entlang des östlichen Rings erneuern die Stadtwerke seit mehreren Jahren schrittweise eine zentrale Fernwärme-Hauptleitung. Die Einbindung rund um Bremer Platz und Soester Straße war dabei schon früh als späterer Bauabschnitt vorgesehen. Politisch eingebettet ist das Projekt in die kommunale Wärmeplanung, mit der Münster seine Wärmeversorgung langfristig klimaneutral ausrichten will. Eine Schlüsselrolle spielt dabei auch die „Wärme aus dem Hafen“, die künftig verstärkt ins Netz eingespeist werden soll.
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