Münster. In Münster sorgt der geplante Umbau der Gesamtschule-West im Stadtteil Roxel für politische Diskussionen. Nach Angaben der Stadt soll das Schulgebäude aus den 1970er Jahren umfassend saniert und zu einer vierzügigen Gesamtschule umgebaut werden. Die veranschlagten Kosten liegen nach aktuellen Planungen bei rund 80 Millionen Euro.
Die FDP im Rat der Stadt Münster kritisiert dieses Projekt nun deutlich. Aus Sicht der Fraktion steht der finanzielle Aufwand in keinem angemessenen Verhältnis zum Ergebnis. Hintergrund der aktuellen Debatte ist eine Ratsentscheidung, die für den 25. März vorgesehen ist. In diesem Zusammenhang stellt die FDP die Prioritäten der städtischen Schulpolitik grundsätzlich infrage.
FDP sieht Kostensteigerung beim Schulbau in Münster kritisch
Nach Darstellung der FDP sieht die Planung vor, das bestehende Gebäude der Schule weitgehend zu entkernen und anschließend umfangreich neu aufzubauen. Dabei soll die vorhandene Gebäudestruktur aus den 1970er Jahren erhalten bleiben, während große Teile der Innenbereiche vollständig erneuert werden.
Die Liberalen im Rat der Stadt Münster halten diese Lösung für überdimensioniert. Die schulpolitische Sprecherin der FDP im Rat erklärte laut Mitteilung der Fraktion, das Projekt sei angesichts der Haushaltslage der Stadt ungewöhnlich teuer. Aus ihrer Sicht werde ein sehr hoher baulicher Standard umgesetzt, der nicht zum Zustand vieler anderer Schulgebäude im Stadtgebiet passe.
Die FDP verweist in diesem Zusammenhang auf zahlreiche Schulstandorte, an denen seit Jahren Sanierungsbedarf besteht. Vor diesem Hintergrund stellt die Fraktion die Frage, ob ein einzelnes Bauprojekt mit einem so hohen Budget gerechtfertigt ist. Nach Einschätzung der Liberalen könnte die umfassende Sanierung der Schule in Roxel dazu führen, dass andere Projekte im Bereich Schulbau und Gebäudesanierung weiter verschoben werden müssen.
Kritik an Prioritäten bei Schulprojekten in Münster
Besonders kritisch bewertet die FDP die Auswirkungen auf andere Schulstandorte in Münster. Nach Ansicht der Fraktion wurden notwendige Investitionen an mehreren Schulen über Jahre hinausgeschoben.
Als Beispiele nennt die FDP unter anderem die Schulzentren in Wolbeck und Hiltrup sowie das Schlaun-Gymnasium. Dort bestehe weiterhin erheblicher Sanierungsbedarf. Die Liberalen befürchten, dass durch die hohen Ausgaben für den Umbau in Roxel weniger finanzielle Spielräume für andere Projekte bleiben könnten.
- International gesuchter Straftäter am Hauptbahnhof Münster festgenommen
- Eskalation am Hawerkamp: Mann nach Angriff schwer verletzt
- Baumunfall bei Ascheberg-Herbern, Fahrer aus Münster verletzt
- Neuer Jakobsweg verbindet das Emsland mit Münster
- Öffentlichkeitsfahndung in Coesfeld: Polizei sucht mutmaßliche Betrügerin nach Pakettrick
- Münster plant Reallabor auf dem Domplatz: kreisl Kiste soll 2026 starten
- Am Roggenmarkt in Münster: YAYA eröffnet sechsten Store in Deutschland
- Psychotherapeuten schlagen Alarm: Demo in Münster gegen Kürzungen
Außerdem verweist die FDP darauf, dass die ursprüngliche Idee für den Standort eine andere gewesen sei. Demnach sollte das bestehende Schulgebäude vergleichsweise schnell und kostengünstig weiter genutzt werden. Aus Sicht der Kritiker entferne sich die aktuelle Planung deutlich von diesem Ansatz.
Ein weiterer Punkt der Diskussion betrifft das Verhältnis von Kosten und Bauumfang. Nach Darstellung der FDP soll der Umbau rund 80 Millionen Euro kosten, obwohl im Projekt keine neue Sporthalle vorgesehen ist. Die Fraktion verweist darauf, dass in der Vergangenheit in Münster für eine ähnliche Summe bereits eine größere Gesamtschule mit zusätzlicher Sporthalle errichtet worden sei.
Die endgültige Entscheidung über das Projekt steht im Rat der Stadt Münster noch aus. Die Sitzung am 25. März dürfte zeigen, ob die Planung für die Gesamtschule-West wie vorgesehen umgesetzt wird oder ob die Kritik aus der Kommunalpolitik zu Änderungen führt.



















