
Mannheim. Der SV Waldhof Mannheim hat seinen Angriff mit Gonçalo Gregorio verstärkt. Der 31 Jahre alte Portugiese kommt vom FC Noah aus Armenien und soll beim Drittligisten künftig die Rolle des klassischen Mittelstürmers übernehmen. Damit ist aus der zunächst im Transferumfeld aufgekommenen Personalie eine bestätigte Verpflichtung geworden. Der Verein gab den Wechsel am Freitag offiziell bekannt. Mannheim spielt in der 3. Liga.
Gregorio erhält beim SV Waldhof die Rückennummer 9. Das ist ein deutliches Signal, welche sportliche Erwartung mit dem Transfer verbunden ist. Der Angreifer bringt Erfahrung aus mehreren Ländern mit und kennt den neuen Waldhof-Trainer Rui Mota bereits aus gemeinsamer Zeit beim FC Noah. Eine Ablöse nannte der Klub nicht. Auch zur Vertragslaufzeit machte Waldhof in der Mitteilung keine Angaben.
Die zentrale Frage ist damit geklärt: Der Wechsel ist bestätigt. Der SV Waldhof teilte mit, dass Gregorio nach einem Medizincheck seinen Vertrag unterschrieben habe. Damit handelt es sich nicht mehr um ein unbestätigtes Gerücht. Offen bleibt allerdings, wie lange der Portugiese in Mannheim gebunden ist. Der Verein veröffentlichte keine Laufzeit.
Auch zur finanziellen Seite gibt es keine belastbare Aussage. Waldhof spricht lediglich von einer Verpflichtung vom FC Noah. Öffentlich verfügbare Profildaten führten Gregorio zuletzt seit dem 1. Juli als vereinslos. Das spricht für einen ablösefreien Transfer, ersetzt aber keine offizielle Bestätigung. Seriös ist deshalb nur die Formulierung: Über eine Ablöse wurde nichts bekannt.
Sportlich passt der Transfer in die neue Kaderplanung unter Rui Mota. Mannheim hat nach mehreren Veränderungen im Kader Bedarf an Erfahrung und Abschlussqualität. Genau diese Rolle soll Gregorio ausfüllen.
Gregorio wurde am 14. Juni 1995 in Lissabon geboren, ist 1,84 Meter groß und spielt als Mittelstürmer. Den Großteil seiner Laufbahn verbrachte er in Portugal. Zu seinen Stationen zählen unter anderem Belenenses, Casa Pia, Leixões, Farense, Vilafranquense, Paços de Ferreira, Braga B und União Leiria. Später spielte er auch für Zagłębie Sosnowiec in Polen und Dinamo Bukarest in Rumänien.
Seine erfolgreichsten Jahre hatte Gregorio immer dann, wenn er als klarer Zielspieler im Strafraum eingesetzt wurde. Mit Paços de Ferreira wurde er portugiesischer Zweitligameister, mit União Leiria holte er den Titel in der dritten Liga. In der Saison 2021/22 wurde er mit 15 Treffern Torschützenkönig der zweiten portugiesischen Liga.
Beim FC Noah folgte dann eine besonders auffällige Spielzeit. In Armenien gewann Gregorio unter Rui Mota das Double. In 26 Ligaspielen erzielte er 20 Tore und bereitete acht weitere Treffer vor. Auch international sammelte er Erfahrung. Insgesamt kommt er auf 17 Europapokalspiele, in denen ihm sechs Tore gelangen. Für einen Drittligisten ist das ein ungewöhnliches Profil.
Ein wichtiger Faktor des Transfers ist die Verbindung zu Trainer Rui Mota. Gregorio kennt dessen Spielidee, Mota kennt die Stärken des Stürmers. Waldhof-Geschäftsführer Gerhard Zuber betonte, dass der Trainer genau wisse, wie Gregorio einzusetzen sei. Sportdirektor Mathias Schober hob zudem die Erfahrung des Angreifers hervor. Mannheim brauche neben jungen Spielern auch Führungsspieler.
Aus Sicht der Fans dürfte der Transfer vor allem wegen der Torquote in Armenien neugierig machen. Eine verlässliche, repräsentative Auswertung von Fanreaktionen liegt kurz nach Bekanntgabe aber nicht vor. In der Bewertung wird entscheidend sein, ob Gregorio seine Effizienz aus Armenien auf die 3. Liga übertragen kann. Die deutsche Spielklasse ist körperlich intensiv, taktisch anspruchsvoll und für viele ausländische Angreifer zunächst eine Umstellung.
Für Waldhof ist der Transfer dennoch nachvollziehbar. Der Verein holt keinen Perspektivspieler, sondern einen erfahrenen Stürmer mit klarer Rolle, internationaler Erfahrung und direkter Verbindung zum Trainer. Ob Gregorio wirklich zur erhofften Nummer 9 wird, entscheidet sich ab Saisonstart auf dem Platz.
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