
Das GfK Konsumklima ist im Mai 2026 auf -33,3 Punkte gefallen – ein Rückgang von 5,2 Punkten gegenüber dem revidierten Aprilwert von -28,1 Punkten. Damit markiert der Indikator des NIM Konsumklimas powered by GfK den schwächsten Stand seit Februar 2023. Die Stimmung der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich damit innerhalb eines Monats erheblich verschlechtert. Experten sprechen von einem der stärksten Monatsverluste seit der Coronakrise 2022.
Haupttreiber des Absturzes ist die geopolitische Lage: Der anhaltende Krieg im Iran hat die Energiepreise massiv angetrieben und hält das Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung auf einem dauerhaft hohen Niveau. Die bereits im April gestiegenen Verbraucherpreise haben sich im Mai weiter verteuert. Die Inflationsrate in Deutschland stieg im April 2026 auf 2,9 Prozent – der höchste Wert seit mehr als zwei Jahren, getrieben vor allem durch Energiepreise, die im Jahresvergleich um 10,1 Prozent zulegten.
Besonders alarmierend ist der Einbruch der Einkommenserwartungen: Der entsprechende Teilindikator sank von -6,3 Punkten im April auf nunmehr -24,4 Punkte – ein Rückgang von fast 18 Punkten innerhalb eines einzigen Monats. Das zeigt, wie stark die Konsumenten befürchten, dass ihr Haushaltsbudget durch steigende Preise und eventuelle Jobverluste belastet wird.
Auch die Konjunkturerwartungen trübten sich weiter ein: Sie fielen von -6,9 auf -13,7 Punkte. Die Verbraucher rechnen demnach nicht damit, dass die Wirtschaft in naher Zukunft wieder Fahrt aufnimmt. Diese pessimistische Einschätzung deckt sich mit dem aktuellen Einkaufsmanagerindex, der im April ebenfalls unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten gefallen war.
Die Anschaffungsneigung – also die Bereitschaft, größere Käufe zu tätigen – sank auf -14,4 Punkte (April: -10,9). Dieses Zweijahrestief signalisiert, dass viele Haushalte größere Ausgaben für Elektronik, Autos oder Möbel vorerst aufschieben. Das hat unmittelbare Folgen für den Einzelhandel, der bereits in den ersten Monaten 2026 rückläufige Umsätze verzeichnete.
Neben den Energiepreisen spielen auch innenpolitische Faktoren eine Rolle. Das Bundeskabinett brachte am Mittwoch, dem 29. April 2026, die Eckwerte für den Bundeshaushalt 2027 auf den Weg – mit einem Gesamtvolumen von 543,3 Milliarden Euro und stark steigenden Verteidigungsausgaben. Gleichzeitig beschloss das Kabinett eine umfassende Kassenreform, die die gesetzliche Krankenversicherung strukturell verändern soll.
Viele Verbraucher befürchten, dass diese Maßnahmen zu höheren Beiträgen oder Leistungskürzungen führen könnten. In Kombination mit der Inflation und den gestiegenen Energiekosten entsteht so ein Klima, das die Konsumfreude nachhaltig dämpft. Hinzu kommen Sorgen um steigende Mieten, denen das Kabinett erst kürzlich mit neuen Mieterschutzregeln entgegentreten wollte.
Volkswirte sehen kurzfristig wenig Anlass zur Entwarnung. Solange der Konflikt im Nahen Osten anhält und die Energiepreise auf hohem Niveau verharren, dürften auch Einkommenserwartungen und Kauflaune gedrückt bleiben. Für eine nachhaltige Erholung bräuchte es eine Entspannung der geopolitischen Lage, rückläufige Energiepreise und deutliche Einkommenszuwächse.
Die nächste reguläre Erhebung des GfK Konsumklima-Indikators wird Ende Mai 2026 für den Juni-Wert veröffentlicht. Ökonomen des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) warnen jedoch bereits jetzt, dass sich eine nachhaltige Erholung des Konsumklimas ohne strukturelle Entlastungsmaßnahmen nicht einstellen wird. Der private Konsum, der rund die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsprodukts ausmacht, bleibt damit ein Risikofaktor für die Gesamtwirtschaft im Jahr 2026.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu