HiPP Erpresser: 39-Jaehriger in Salzburg festgenommen

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Der HiPP Erpresser ist gefasst: Nach wochenlanger Fahndung hat die Polizei am 2. Mai 2026 einen 39-jährigen Tatverdächtigen in Salzburg festgenommen. Der Mann soll Babykostgläschen des bekannten Herstellers HiPP mit Rattengift manipuliert und anschließend zwei Millionen Euro in Kryptowährung erpresst haben. Damit findet einer der beunruhigendsten Kriminalfälle Österreichs in den vergangenen Wochen eine erste entscheidende Wendung.

HiPP Erpresser in Salzburg gefasst: Wie die SOKO Glas ermittelte

Die speziell für diesen Fall eingerichtete Sonderkommission SOKO Glas arbeitete intensiv daran, den HiPP Erpresser zu identifizieren und festzunehmen. Entscheidend waren dabei zwei Spuren: Zum einen hinterließ das Erpresser-Schreiben, das per E-Mail verschickt worden war, digitale Spuren, die den Ermittlern wertvolle Hinweise lieferten. Zum anderen werteten die Beamten Videoaufnahmen aus zahlreichen Supermärkten aus, in denen der Verdächtige die Babynahrung manipuliert haben soll. Die kombinierte Auswertung dieser Indizien führte die Fahnder schließlich auf die Spur des 39-Jährigen, der in seinem Versteck in Salzburg aufgegriffen wurde. Die Festnahme gilt als Durchbruch in einem Fall, der seit Wochen Eltern in Deutschland, Österreich und der Tschechischen Republik in Atem hielt.

HiPP Erpresser: So lief der Anschlag auf die Babynahrung ab

Laut Ermittlungen soll der Tatverdächtige vorgefertigte Babykostgläschen von HiPP in Supermärkten gekauft, diese mit dem Rattengift Brodifacoum versetzt und anschließend wieder in die Verkaufsregale zurückgestellt haben. In einem der sichergestellten Gläser wurden 15 Mikrogramm Rattengift nachgewiesen. Insgesamt wurden in Österreich, Tschechien und der Slowakei fünf mit Gift manipulierte Gläser sichergestellt, bevor sie Kinder erreichen konnten. Parallel dazu soll der Erpresser eine E-Mail an das Unternehmen HiPP geschickt haben, in der er zwei Millionen Euro in Kryptowährung forderte. Das Drohschreiben soll am 27. März 2026 in einem allgemeinen Postfach eingegangen sein, das nach Unternehmensangaben nur alle zwei bis drei Wochen kontrolliert wurde.

HiPP Rückruf und internationale Fahndung: Der Hintergrund des Falls

Als der Rückruf und die Manipulation publik wurden, rief HiPP vorsorglich sein gesamtes Babykostgläschen-Sortiment bei der österreichischen Supermarktkette SPAR zurück. Das Sortiment in Deutschland war zu keiner Zeit betroffen. In unserer Berichterstattung hatten wir bereits früh über die HiPP-Gläschen-Rückruf und den Manipulationsverdacht informiert sowie über die internationale Fahndung nach dem HiPP-Rattengift-Erpresser berichtet. Die Behörden in Österreich, Tschechien und der Slowakei koordinierten die grenzüberschreitende Fahndung. Manipulierte Gläser waren laut Polizei an einem weißen Aufkleber mit rotem Kreis auf dem Boden, einem beschädigten Deckel oder einem ungewöhnlichen Geruch erkennbar.

Welche Strafe droht dem HiPP Erpresser?

Der festgenommene Tatverdächtige muss sich in Österreich wegen vorsätzlicher Gemeingefährdung und versuchter absichtlich schwerer Körperverletzung verantworten. Beide Tatbestände sind im österreichischen Strafrecht mit erheblichen Freiheitsstrafen bedroht. Hinzu kommt der Erpressungsvorwurf, der das Strafmaß weiter erhöhen dürfte. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen, und es gilt die Unschuldsvermutung. HiPP selbst hatte nach Bekanntwerden des Falls umgehend mit den Behörden kooperiert und alle Sicherheitsmaßnahmen ergriffen, um weitere Verbraucher zu schützen. Eltern, die HiPP-Babybrei-Gläschen besitzen, die bei SPAR Österreich gekauft wurden, können diese weiterhin zurückgeben und erhalten den vollen Kaufpreis erstattet.

Was Eltern jetzt wissen sollten

Wer HiPP-Babybrei-Gläschen zu Hause hat, die bei SPAR, EUROSPAR, INTERSPAR oder Maximarkt in Österreich gekauft wurden, sollte diese nicht öffnen und zur nächsten Filiale zurückbringen. Die Rückgabe ist auch ohne Kassenbon möglich, der volle Kaufpreis wird erstattet. Für HiPP-Produkte aus dem deutschen Handel besteht laut dem Unternehmen kein Grund zur Beunruhigung. Obwohl die Festnahme des Verdächtigen einen entscheidenden Schritt in dem Fall darstellt, empfehlen Behörden weiterhin Vorsicht. Manipulierte Gläser können an bestimmten Merkmalen erkannt werden: ein weißer Aufkleber mit einem roten Kreis auf dem Boden, ein beschädigter Deckel, fehlendes Klickgeräusch beim Öffnen oder ein ungewöhnlicher Geruch sind mögliche Warnzeichen.

Quellen: t-online.de, salzburg24.at, ORF Salzburg, kosmo.at, oe24.at

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