Atommeiler Reaktivierung: Ökonom Edenhofer hält Spahn-Plan für Unsinn

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Der renommierte Klima-Ökonom Ottmar Edenhofer hält die Reaktivierung deutscher Atommeiler für betriebswirtschaftlichen Unsinn. Der Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) lehnt damit den Vorstoß des CDU-Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn ab, abgeschaltete Kernkraftwerke wieder ans Netz zu nehmen. Edenhofer verweist auf Kosten von neun bis zehn Milliarden Euro.

Atommeiler-Reaktivierung: Edenhofer hält Spahn-Vorstoß für Unsinn

Jens Spahn, Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hatte zuletzt eine Reaktivierung der jüngst in Deutschland abgeschalteten Atomkraftwerke ins Spiel gebracht. Ottmar Edenhofer, einer der bekanntesten Klimaökonomen Deutschlands, widerspricht entschieden. Aus betriebswirtschaftlicher und volkswirtschaftlicher Sicht gebe es keine ausreichenden Gründe für eine Wiederinbetriebnahme. Auch die Frage, wer die alten Meiler überhaupt reaktivieren oder neue bauen solle, sei vollkommen offen.

Neun bis zehn Milliarden Euro für Reaktivierung — bis zu 50 Milliarden für Neubau

Edenhofer untermauert seine Position mit konkreten Zahlen. Studien gehen davon aus, dass die Wiederinbetriebnahme stillgelegter Reaktoren in Deutschland rund neun bis zehn Milliarden Euro kosten würde. Der Neubau von Kernkraftwerken kann nach Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern dagegen 30 bis 50 Milliarden Euro pro Anlage verschlingen — bei Bauzeiten von 15 Jahren oder mehr. Damit erscheint Atomkraft im Vergleich zu erneuerbaren Energien wirtschaftlich kaum konkurrenzfähig.

Auch andere Wirtschaftsentscheidungen prägen die Debatte derzeit, beispielsweise Thyssenkrupps Entscheidung zur Stahlsparte.

Edenhofer favorisiert Gaskraftwerke und erneuerbare Energien

Statt einer Wiederbelebung der Atomkraft setzt der PIK-Ökonom auf einen pragmatischen Mix. Er stimmt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) zu, neue Gaskraftwerke zu bauen, um Versorgungssicherheit auch in dunklen und windstillen Phasen zu gewährleisten. Kombiniert mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien sei das nach seiner Einschätzung der wirtschaftlich sinnvollste Weg. Diese Position deckt sich mit der aktuellen Energiestrategie der Bundesregierung.

Hintergrund: Atomausstieg in Deutschland

Deutschland hat seine letzten drei Atomkraftwerke im April 2023 vom Netz genommen — Isar 2 in Bayern, Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg und Emsland in Niedersachsen. Damit endete die kommerzielle Nutzung der Kernenergie nach jahrzehntelanger gesellschaftspolitischer Debatte. Der Rückbau der Anlagen ist seitdem in vollem Gange. Eine Reaktivierung wäre technisch zwar möglich, aber mit erheblichen Investitionen, langwierigen Genehmigungsverfahren und neuen Sicherheitszertifizierungen verbunden.

Auch Tech-Themen mit Effizienz-Effekten beschäftigen aktuell die Öffentlichkeit, etwa der neue Low Memory Mode bei Microsoft PowerToys.

Politische Debatte um die Energiewende geht weiter

Die Debatte um die Reaktivierung deutscher Atomkraftwerke ist in den vergangenen Monaten erneut aufgeflammt. Befürworter argumentieren mit höherer Versorgungssicherheit, niedrigeren Strompreisen und CO2-Einsparungen. Kritiker verweisen auf die hohen Kosten, ungelöste Endlagerfragen, Risiken für die Sicherheit und die kurze Restlaufzeit der Reaktoren. Auch innerhalb der CDU/CSU ist die Position nicht einheitlich — Spahns Vorstoß stößt nicht überall auf Zustimmung.

Edenhofer: Klare Botschaft an die Politik

Mit seiner Stellungnahme positioniert sich Edenhofer klar gegen die wieder aufkeimende Atomdebatte. Der PIK-Ökonom gilt als einer der einflussreichsten Klimawissenschaftler Deutschlands und ist regelmäßig in beratender Funktion für die Bundesregierung tätig. Sein Appell richtet sich nicht zuletzt an jene in der Politik, die mit der Reaktivierung der Atommeiler symbolisch ein „Zurück“ in der Energiewende-Debatte einläuten wollen.

Ausblick: Kommende Monate entscheidend für Energie-Pfad

Die kommenden Monate werden zeigen, wie ernst die Bundesregierung den Plan für neue Gaskraftwerke vorantreibt — und ob die Forderungen aus Teilen der Union nach Atomkraft an politischer Substanz gewinnen oder folgenlos bleiben. Klar ist nur: Solange die hohen Kosten und Bauzeiten weiterer Atomanlagen unverändert sind, dürfte sich die Position erneuerbare Energien plus Gas in Deutschland weiter durchsetzen.

Quellen: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Presse Augsburg, regionalHeute, finanznachrichten, ad-hoc-news

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